Großbrand im Hafen Tankschiff explodiert in Lingen

Inferno im Hafen von Lingen an der Ems: In der Nacht explodierte dort ein Tankschiff, es hatte rund 900.000 Liter Superbenzin an Bord. Nach mehreren Detonationen nahe einer Raffinerie sank der Tanker - doch es besteht immer noch Brandgefahr.

dapd

Lingen - Beim Beladen des Schiffes im Hafenbecken sei am späten Montagabend ein Feuer ausgebrochen, sagte ein Polizeisprecher in Lingen an der Ems. Kurze Zeit später kam es zu mehreren Explosionen. Große Mengen an Benzin liefen aus, mehrere Feuerwehren sind seit Stunden im Einsatz.

Die Feuerwehr habe den Brand mittlerweile unter Kontrolle gebracht und das Übergreifen des Feuers auf andere bereits beladene Tankschiffe verhindert. Die fünf Besatzungsmitglieder hätten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht, so die Polizei. Einer der Männer habe leichte Verletzungen erlitten.

Das Schiff brannte so weit ab, dass es auf den Boden des etwa 3,50 Meter tiefen Hafenbeckens absank, hieß es weiter. Ein Teil des rund 80 Meter langen Wracks rage noch aus dem Wasser. Es sei Superbenzin ausgelaufen, das sich im Hafenbecken verteilt habe und ebenfalls in Brand geraten sei, sagte ein Polizeisprecher.

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Lingen an der Ems: Explosion im Hafenbecken
Die insgesamt sechs Feuerwehren setzten Löschschaum ein und konnten so verhindern, dass sich das Feuer auf der Wasseroberfläche ausbreitete. Das Gemisch entzündete sich aber immer wieder - und bleibe brand- und explosionsgefährlich, so die Polizei. Die Feuerwehr will versuchen, den Sprit im Laufe des Tages aufzusaugen. "Derzeit kann man davon ausgehen, dass die Lage unter Kontrolle ist", sagte der erste Stadtrat von Lingen, Ralf Büring, am Morgen.

Der Schiffsverkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal wurde gestoppt. Eine vorsorgliche Sperrung gab es in der Nacht auch für die Meppener Straße und die Bundesstraße 70 in unmittelbarer Umgebung der Raffinerie. Außerdem wurden die Menschen in der Nachbarschaft von der Polizei aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach den bisherigen Messungen hätten sich keine weiteren belastenden Schadstoffe in der Luft befunden.

Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen fahrlässigen Brandstiftung ein. Spezielle Brandermittler der Polizei Lingen begannen bereits in der Nacht zum Dienstag mit den Untersuchungen. Der Schaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen.

wit/dpa/dapd



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