Großbritannien feiert Happy Birthday, Queen

Nein, die Queen hat nicht Geburtstag. Aber sie feiert ihn, weil das Wetter besser ist. Bei strahlendem Sonnenschein nahm sie in London die traditionelle Fahnenparade "Trooping the Colour" ab.


London - Königin Elizabeth wurde zwar schon am 21. April 77 Jahre alt, doch wird ihr Geburtstag in der Hoffnung auf besseres Wetter stets an einem Samstag Mitte Juni gefeiert.

Hunderte Soldaten in festlichen roten Uniformen und mit schwarzer Bärenfellmütze salutierten, als Königin Elizabeth II. in einer von weißen Pferden gezogenen offenen Kutsche den Buckingham-Palast verließ. Der Festzug, der am Quartier der berittenen Garde an der Whitehall endete, wurde von tausenden jubelnden Zuschauern verfolgt.

In Reih und Glied: Grenadiere marschieren zu Ehren der Queen Einfacher Geburtstag, einfache Kutsche: Queen im Zweispänner Speerspitze der Parade: Queen mit Ehemann Prinz Phillip

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Die Monarchin, die einen königsblauen Mantel mit passendem Hut trug, fuhr mit ihrem Mann Prinz Philip an der Spitze der Parade. Ihrer Kutsche folgten hintereinander ihr ältester Sohn Prinz Charles, ihr jüngster Sohn Prinz Edward mit seiner Frau Sophie, ihre Tochter Prinzessin Anne und die Enkelkinder William und Harry, die Söhne des Thronfolgers. Während die Königin an der zum Parlamentsgebäude führenden Straße Whitehall ein Podium betrat, um die weitere Parade ihrer Truppen zu verfolgen, spielte eine Militärkapelle die Nationalhymne.

Seit dem frühen 18. Jahrhundert wird jedes Jahr eine neue Einheit ausgewählt, die sich dem Monarchen beziehungsweise der Monarchin zum Geburtstag präsentieren darf. Diesmal war die Garde der Grenadiere an der Reihe, so dass vor allem deren prachtvolle Fahnen durch die Straßen getragen wurden. Nach dieser Zeremonie versammelte sich die königliche Familie auf dem Balkon des Buckingham-Palasts, um Salutschüsse vom nahe gelegenen Green Park zu hören und den Überflug von elf Luftwaffenmaschinen zu beobachten.

Prinzenparade: Die Enkel William und Harry folgen der Kutsche der Queen Keine Angst vor einem Gewitter: Die königliche Familie beobachtet die Vorstellung der der Luftwaffe Nationalhymne zu Ehren der Queen: Blaskapelle der Royakl Gards

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Zum Anlass der Feierlichkeiten erscheint jedes Jahr auch die Liste mit neuen Adels- und Ehrentiteln für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Großbritannien. Danach darf sich James-Bond-Darsteller Roger Moore künftig Sir Roger nennen. Die Schauspielerin Helen Mirren erhielt den Titel einer ritterlichen Dame. Dieselbe Auszeichnung wurde der Schimpansenforscherin Jane Goodall und der Begründerin der Kosmetikkette Body Shop, Anita Roddick, zuteil.

Mehrere der nachgeordneten Adelstitel gingen wieder an Popstars - darunter an den Sänger Sting, den früheren Pink-Floyd-Gitarristen Dave Gilmour sowie die Begründer der 60er-Jahre-Popgruppen Gerry and The Pacemakers und Procul Harum, Gerry Marsden und Gary Brooker. Und schließlich wurde auch die 100-jährige Lilian Doris Thompson für ihre besonderen Verdienste um Großbritannien geehrt: Sie hat noch mit weit über 90 Jahren alle neuen Karussells im Vergnügungspark des renommierten nordenglischen Seebads Blackpool getestet.



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