DER SPIEGEL

Großrazzia in Berliner Clan-Milieu »Bei dem Einsatz waren besondere Maßnahmen erforderlich«

1600 Beamte, 18 durchsuchte Objekte, drei Festnahmen: Ein Polizeisprecher erklärt, wie der Schlag gegen die Juwelendiebe von Dresden ablief.

Großrazzia der Polizei in Berlin-Neukölln: Spezialkräfte aus mehreren Bundesländern nehmen drei Männer aus dem Berliner Clanmillieu fest. Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem spektakulären Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden vor einem Jahr. Unbekannte hatten damals Kunstschätze in kaum messbarem Wert gestohlen. Jetzt sind die Ermittler offenbar einen großen Schritt weitergekommen. 

O-Ton Thomas Geithner Polizeisprecher Dresden "Unser Einsatz hat im Wesentlichen zwei Ziele: Das ist zum einen die Durchsuchung von insgesamt 18 Objekten hier in Berlin, das sind zum Großteil Wohnungen, vereinzelt auch Fahrzeuge und Garagen, die gesucht werden. Zum einen natürlich die Kunstschätze, zum anderen aber auch klassische Beweismittel wie Speichermedien, Bekleidungsgegenstände oder auch Werkzeuge."  

Die Festgenommenen sollen noch heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vorgeworfen. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird noch gefahndet. Nach SPIEGEL TV-Informationen gehören alle dem Remmo-Clan an.  

O-Ton Thomas Geithner  "Der Einsatz ist in mehrerer Hinsicht für uns ungewöhnlich. Zum einen, dass wir als Dresdner Polizei hier in Berlin so einen Einsatz organisieren und durchführen. Die Zahl der Einsatzkräfte mit 1600 ist ungewöhnlich groß, hängt aber auch mit der Anzahl der Objekte zusammen. Und die Personen, um die es hier geht, die die besonderen Maßnahmen auch erforderlich machte." 

November 2019. Ein Überwachungsvideo zeigt den spektakulären Einbruch im berühmten Museum im Dresdner Residenzschloss. Mit einer Axt schlagen die Täter die Vitrine ein und stehlen binnen Minuten den historischen Juwelenschmuck. Anschließend fliehen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzen.  Laut Polizei besteht trotz der Festnahmen nur wenig Hoffnung, dass die gestohlenen Objekte wieder nach Dresden zurückkehren. 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.