Gruseltrip Lebend in der Leichenhalle aufgebahrt

Lebendig begraben durch einen Irrtum - für einen Mann in Portugal wäre diese Horrovision fast wahr geworden. Nur sein Husten rettete ihn vor einer Beisetzung.


Lissabon - Üblicherweise gibt es aus dem Leichenschauhaus keinen Weg zurück. Es sei denn, die Toten sind gar nicht so tot wie es scheinen mag. Einen solchen Kurzausflug in die Leichenhalle, der ein folgenschweres und unwiderrufliches Ende hätte haben können, hat unfreiwillig ein hochbetagter Portugiese in der Stadt Abrantes unternommen. Das berichtet die Tageszeitung "Journal de Noticias".

Manuel Lino, 95 Jahre alt, war längere Zeit bettlägerig gewesen. Anfang des Monats fühlte er sich nicht wohl, ein Rettungswagen wurde verständigt. Der diensthabende Notarzt untersuchte den betagten Patienten, konnte keinen Puls feststellen und stellte daraufhin seine tragische Fehldiagnose. Er erklärte den Patienten für tot und ließ ihn in die Leichenhalle bringen.

Die Familie hatte bereits mit den Vorbereitungen für die Trauerfeier begonnen, als Manuel Lino dem Sarg doch noch entkam. Durch das wiederholte Husten der "Leiche" wurden Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens darauf aufmerksam, dass der aufgebahrte Greis gar nicht tot war. Sie entließen den 95-Jährigen daraufhin umgehend wieder ins das Reich der Lebenden.

Die Familie des Mannes zeigte sich über den Irrtum empört: "Wir können nicht begreifen, wie jemand so einen Fehler machen kann und der Familie soviel Schmerz zufügt", sagte einer der Angehörigen. Gänzlich unbeschadet überstand dagegen der Greis selbst den Vorfall. Er erholte sich von dem Aufenthalt in der Leichenhalle den Angaben zufolge bestens und feierte munter im Kreis der Familie Weihnachten.

Die Rettungsdienste ordneten eine Untersuchung des Falles an.



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