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Gestorben Gustava Mösler, 100

aus DER SPIEGEL 25/2021
Foto: Foto Sessner / Foto Sessner / BR

Am besten habe es ihr gefallen, die Arbeit von Wissenschaftlern populär und verständlich darzustellen, hat sie über ihre äußerst abwechslungsreiche Karriere als Hörfunkmacherin gesagt, »denn nach dem Zweiten Weltkrieg lebten viele Wissenschaftler im Elfenbeinturm«. Gustava Mösler wurde auf Helgoland geboren und studierte unter anderem Theater- und Wirtschaftswissenschaften, 1945 promovierte sie in Germanistik. In den Fünfzigerjahren bewarb sie sich zunächst mit selbst geschriebenen Hörspielen beim Bayerischen Rundfunk. Sie wurde dann eine herausragende Journalistin des Senders, erst in der Kulturredaktion, dann bei der Sendung »Nachtstudio« und als Leiterin der Wissenschaftsabteilung des Senders. 1982 wurde Mösler zur Hörfunkdirektorin berufen und war bis 1985 eine der ersten Frauen auf einem wichtigen Rundfunkchefposten in Deutschland. Ihre männlichen Kollegen seien »natürlich dagegen« gewesen, berichtete die fast stets bemerkenswert gelassene Mösler über die Umstände ihrer Amtseinsetzung. In zahlreichen Streitigkeiten mit überwiegend konservativen Rundfunkräten verteidigte die Hörfunkchefin unter anderem die Frechheiten des jungen Moderators Thomas Gottschalk, der das Aufsichtsgremium in ihrer Amtszeit mit der Karnevalinstitution Elferrat verglich. Allzu überschwänglichem Lob für ihre souveräne Chefinnenarbeit begegnete sie mit Selbstkritik: »Ich war auch streng, da hat schon mal jemand geweint.« Gustava Mösler starb am 14. Juni.

Aus: DER SPIEGEL 25/2021

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