Haarfarbe-Urteil Schröders waschechter Sieg

Der Gerichtsstreit über die Haarfarbe von Bundeskanzler Gerhard Schröder ist entschieden. Der Kanzler setzte vor dem Landgericht Hamburg eine Unterlassungsverfügung gegen die Nachrichtenagentur ddp durch.


Hamburg - ddp darf unter Strafandrohung das Zitat, wonach Schröder sich die Haare färbe oder töne, nicht mehr verbreiten. Das entschied die Pressekammer des Landgerichts Hamburg am Freitag. Der Kanzler hatte nach der Verbreitung eines Interviews mit einer Imageberaterin durch die Agentur im Januar dieses Jahres eine Unterlassungsklage gegen ddp angestrengt. Dieser wurde nun stattgegeben.


Schröder 2002
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Schröder 2001
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Schröder 2000
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Schröder 1999
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Schröder 1996
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Schröder 1995
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Schröder 1994
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Richter Andreas Buske sagte: "Zwischen den Parteien besteht kein Streit darüber, ob der Kanzler die Haare tönt." Die Nachrichtenagentur ddp hatte sich aber geweigert, die geforderte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Der Richter begründete das Urteil damit, dass ddp nicht sorgfältig genug recherchiert und nicht bei Schröder nachgefragt habe, ob die Unterstellung der zitierten Imageberaterin Sabine Schwind von Egelstein zutrifft.

Die Nachrichtenagentur ddp war durch ihren Anwalt Klaus Sedelmeier vertreten, der umgehend Berufung ankündigte. "Wenn eine Agentur jedes Zitat, das sie verbreitet, bis ins Letzte nachrecherchieren muss, könnte sie ihren Laden dicht machen", erklärte er.

Die Bundesregierung äußerte sich zufrieden über die Entscheidung des Gerichts. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye wies in Berlin darauf hin, dass die Richter in ihrem Urteil auf die notwendige Sorgfaltspflicht von Journalisten hingewiesen hätten.

Kritisch äußerte sich Heye zum aktuellen Titelblatt des Magazins "Stern", das den Kanzler nackt zeigt. Gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens von rechtsextremen und rechtspopulistischen Kräften in Europa müsse daran erinnert werden, dass während der Weimarer Republik demokratische Institutionen in Deutchland und ihre Persönlichkeiten in verächtlicher Weise von Presseorganen abgebildet worden seien. Dies müsse auch die Illustrierte bedenken.



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