Haftbefehl Krankenschwester soll Patienten getötet haben

Im niederbayerischen Straubing soll eine Krankenschwester zwei Patienten mit Morphium getötet haben. Fünf weitere ungeklärte Todesfälle im St.-Elisabeth-Klinikum würden nun ebenfalls untersucht, teilten die Ermittler mit. Gegen die Schwester wurde Haftbefehl erlassen.


Straubing - Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft zufolge hat die 48-Jährige zugegeben, schwer kranken Patienten das starke Schmerzmittel überdosiert verabreicht zu haben. Weitere Details zu dem Fall wollte der Leitende Oberstaatsanwalt Johann Plöd heute jedoch nicht bekannt geben. Auch zur Identität und dem Alter der mutmaßlichen Opfer äußerte sich der Chefermittler nicht.

Die Straubinger Klinikleitung hatte bei internen Kontrollen gestern festgestellt, dass auf einer Station Morphium verschwunden war, und daraufhin die Kriminalpolizei alarmiert. Schnell richtete sich der Verdacht gegen die Schwester, die seit mehr als 20 Jahren in dem Krankenhaus beschäftigt ist. Die 48-Jährige arbeitet inzwischen als stellvertretende Stationsleiterin in der Klinik.

Bereits gestern Abend wurde die Frau von Polizisten in ihrer Wohnung festgenommen. Die Ermittler wollen nun die Hintergründe von insgesamt sieben Todesfällen in dem Straubinger Klinikum aufklären. Bislang sei noch unklar, für wie viele Fälle die Krankenschwester verantwortlich ist, hieß es.

Das Elisabeth-Krankenhaus wird gemeinsam von der Stadt Straubing, einem Kloster-Orden und dem Caritas-Verband betrieben. Das Haus zählt zu den größten Kliniken in Niederbayern, jährlich werden dort mehr als 17.000 Menschen medizinisch versorgt.

Bereits seit dem vergangenen Jahr ermittelt die Allgäuer Polizei in einem ähnlichen Fall gegen einen Krankenpfleger aus Sonthofen. Dem Mann werden von der Staatsanwaltschaft mittlerweile 29 Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen vorgeworfen. Er soll die Patienten mit Beruhigungs- und Narkosemitteln umgebracht haben.



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