Haiti Cholera ist auch in Millionenstadt Port-au-Prince ausgebrochen

Haiti droht die nächste Katastrophe: Die Cholera hat nun auch Port-au-Prince erreicht. In der Hauptstadt leben noch Tausende in Notunterkünften - unter teils katastrophalen hygienischen Bedingungen.

AP

Port-au-Prince - In Haiti ist die Cholera nun auch in Port-au-Prince ausgebrochen. Wie die Panamerikanische Gesundheitsorganisation mitteilte, berichtete das Ministerium für öffentliche Gesundheit von ersten Fällen in der Hauptstadt. Wie viele Menschen genau in Port-au-Prince erkrankten, war zunächst unklar.

Seit Ausbruch der gefährlichen Infektionskrankheit vor wenigen Tagen starben bereits 220 Menschen in dem verarmten Karibikstaat. Rund 3000 Menschen werden nach Behördenangaben mit Krankheitssymptomen medizinisch betreut. Die Regierung hatte am Freitagabend den Notstand ausgerufen. Internationale Hilfsorganisationen versuchen, eine Epidemie zu verhindern.

Vor allem in der Hauptstadt leben seit dem verheerenden Erdbeben vom Januar noch immer Tausende in Notunterkünften unter teils katastrophalen hygienischen Bedingungen. Bei dem Erdbeben am 12. Januar wurden in Port-au-Prince und in der Umgebung weit über 220.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Haitianer leben seither auf engstem Raum in Obdachlosenlagern.

Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation blieb die benachbarte Dominikanische Republik von der Cholera bislang verschont. Die haitianische Regierung erstellte jedoch für die Grenzregion bereits einen Notfallplan.

böl/AFP



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