Erdbeben Deutsches Notfallteam startet zu Hilfsmission nach Haiti

2200 Menschen sind bei dem Erdbeben in Haiti gestorben. Vielerorts fehlt es an Hilfe. Ein deutsches Team mit Ärzten und Pflegepersonal will nun vor Ort unterstützen, mit Zelten, Medikamenten und einer Wasseraufbereitungsanlage.
Hilfskräfte auf dem Flughafen in Les Cayes: Auch deutsche Helfer sind auf dem Weg nach Haiti

Hilfskräfte auf dem Flughafen in Les Cayes: Auch deutsche Helfer sind auf dem Weg nach Haiti

Foto: Fernando Llano / dpa

Ein Helferteam ist am Donnerstag von Deutschland nach Haiti abgeflogen, um bei der medizinischen Versorgung von Erdbebenopfern zu helfen. Der Einsatz wird von der international tätigen Organisation Isar Germany und dem Fachbereich Humanitäre Hilfe des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) organisiert.

Zu dem medizinischen Notfallteam gehörten 33 Ärzte, Pflegekräfte und Sanitäter, teilte Isar mit . An Bord der Maschine seien auch elf Tonnen Ausrüstung, darunter Medikamente, Zelte und eine Wasseraufbereitungsanlage. »Für uns ist es ein wichtiges Anliegen, den Menschen in der Katastrophenregion zu helfen. Bei vielen Erdbebenopfern ist bislang noch keine Hilfe angekommen«, sagte Isar-Präsidentin Daniela Lesmeister. Der Name Isar steht für International Search-and-Rescue. Der BRH verfügt über 80 Rettungshundestaffeln unter anderem für die Suche nach vermissten oder verschütteten Menschen.

Das Beben der Stärke 7,2 hatte den Südwesten des Karibikstaats am Samstagmorgen erschüttert. Etwa 2200 Menschen kamen ums Leben, Hunderte werden noch vermisst. Mehr als 12.200 Menschen wurden verletzt. Zehntausende Gebäude sind zerstört oder beschädigt, darunter Krankenhäuser, Schulen, Ämter und Kirchen.

Heftiger Regen durch den Tropensturm »Grace« verschärfte zusätzlich die Lage in den Gebieten. Nach Angaben von Zivilschutzchef Jerry Chandler sind rund 600.000 Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Dringend benötigte Hilfe erreichte die betroffene Region nur schleppend. Nach örtlichen Medienberichten gab es Gegenden, in denen die Überlebenden des Bebens verzweifelt auf Unterstützung warteten. In der betroffenen Region im Südwesten des Karibikstaats fehlte es am Nötigsten.

Wie die Regierung mitteilte, fuhren am Mittwoch mehr als zehn Lastwagen mit Hilfsgütern dorthin. Zuvor war nach Uno-Angaben ausgehandelt worden, dass Hilfskonvois die Hauptstraße zwischen der Hauptstadt Port-au-Prince und dem Süden befahren dürfen, die von Banden kontrolliert wird. Deren Kämpfe um Territorium legen Teile von Port-au-Prince immer wieder lahm und trieben laut Uno allein im Juni rund 15.000 Menschen in die Flucht.

ptz/dpa/AFP
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