Haiti Priester nach Schuleinsturz festgenommen

Erste Konsequenzen nach einem verheerenden Unglück in Haiti: Dort kamen beim Einsturz einer Schule Dutzende Kinder ums Leben, 88 Todesopfer wurden bereits geborgen. Jetzt wurde der Betreiber der Einrichtung, ein Priester, festgenommen.


Port-au-Prince/Haiti - Dem Priester, der das Collège La Promesse in einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince betrieb und auch baute, wird nach Polizeiangaben vom Samstag fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Die Zahl der Toten, Kinder und Lehrer, stieg bis zum Sonntag auf mindestens 88. Einen Tag nach dem Einsturz der Schule konnten am Samstag noch vier Kinder lebend aus den Trümmern geborgen werden. Mehr als hundert Menschen wurden insgesamt verletzt.

Als Einsturzursache wird Pfusch am Bau vermutet.

Wegen mangelnder Spezialausrüstung gingen die Rettungsarbeiten nur sehr langsam voran.

Die Schule im Stadtteil Petionville in den Bergen über der haitianischen Hauptstadt war am Freitagmorgen zusammengebrochen, als sich dort rund 700 Schüler aufgehalten hatten.

Wie viele Kinder noch unter den tonnenschweren Trümmern verschüttet sind, war nicht bekannt. Zu einigen bestand Kontakt: Sie würden mit Wasser versorgt, hieß es.

Am Ort des Geschehens spielten sich Szenen großer Verzweiflung ab. Hunderte von verzweifelten Eltern, Familienangehörigen und Schaulustigen drängten sich auf dem einzigen Zufahrtsweg.

Rettungskräfte, Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen und Angehörige versuchten, die Verschütteten zum Teil mit bloßen Händen auszugraben. In der Schule wurden Kinder vom Kindergartenalter bis zur Mittelstufe betreut und unterrichtet.

pad/AP/dpa



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