Haiti Uno nimmt Cholera-Vorwürfe sehr ernst

Die Cholera grassiert im Inselstaat Haiti, mehr als 90.000 Menschen haben sich bereits mit der Krankheit infiziert. Nun Erhalten die Vermutungen, die Epidemie sei von nepalesischen Blauhelmsoldaten eingeschleppt worden, neue Nahrung.
Mann mit Mundschutz in Port-au-Prince: Mindestens 90.000 Cholera-Infizierte

Mann mit Mundschutz in Port-au-Prince: Mindestens 90.000 Cholera-Infizierte

Foto: EDUARDO MUNOZ/ REUTERS

Blauhelmsoldaten

New York - Die Vereinten Nationen nehmen den Verdacht, dass die Cholera in Haiti eingeschleppt haben könnten, nach Worten von UN-Sprecher Martin Nesirky "sehr ernst". Nesirky sagte am Dienstag in New York, die Uno-Mission in Haiti weise entsprechende Berichte weder zurück noch stimme sie ihnen zu.

Französische Epidemiologen haben nach Medienberichten jetzt nachgewiesen, dass die Cholera, die seit sieben Wochen in Haiti wütet, von einem Erreger aus Nepal stammt. Dagegen hatten Proben, die das haitianische Gesundheitsministerium aus Latrinen und Wasserspeichern des Stützpunktes der nepalesischen UN-Soldaten auf Haiti nahm, keine Spur von Choleraerregern gefunden.

Seit Ausbruch der Krankheit sind bereits mehr als 2100 Menschen gestorben, mehr als 90.000 wurden nach Angaben des Ministeriums in Port-au-Prince infiziert. Internationale Gesundheitsexperten rechnen damit, dass sich in den kommenden zwölf Monaten bis zu 400.000 Menschen anstecken könnten.

Die Cholera war zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren am 19. Oktober am Fluss Artibonite in Mittelhaiti ausgebrochen. Trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen der Hilfsorganisationen wissen viele Haitianer vor allem auf dem Lande oft nicht, wie sie sich im Falle einer Ansteckung verhalten sollen, und suchen zu spät medizinische Hilfe.

luk/dpa