Von Rave-Festival verschleppt Entführte Deutsche Shani Louk soll laut Mutter schwer verletzt am Leben sein
Shani Louk
Foto:privat
Mit einem Hilfsappell hat sich die Mutter der mutmaßlich von Hamas-Terroristen verschleppten Shani Louk in einem neuen Video zu Wort gemeldet. »Wir bitten – nein, wir verlangen von der deutschen Regierung, dass sie schnell handelt«, sagte die Mutter der 22-Jährigen in einer Videobotschaft, die am Dienstag im Internet verbreitet wurde. »Dies ist wirklich mein verzweifelter Aufruf an das ganze Land Deutschland mir zu helfen, meine Shani wieder nach Hause gesund zurückzubekommen.«
Nach den Worten ihrer Mutter ist die junge Frau noch am Leben. Sie habe eine schwere Kopfverletzung und sei in einer kritischen Situation, sagte die Mutter in der Videobotschaft. »Man sollte sich nicht über Zuständigkeitsfragen streiten. Man muss schnell handeln, um Shani aus dem Gazastreifen herauszuholen.«
Informationen aus dem Gazastreifen
Die Information stamme von einem Freund der Familie im Gazastreifen, sagte Wilfried Gehr dem SPIEGEL. Gehr ist der langjährige Lebenspartner von Shani Louks Tante, Orly Louk. Der Freund habe der Familie eine Nachricht geschickt, Shani Louk allerdings nicht selbst im Krankenhaus besuchen dürfen. »Wir gehen fest davon aus, dass es Shani ist«, sagte Gehr weiter. Louk befinde sich im Indonesian Hospital im nördlichen Gazastreifen in der Stadt Beit Lahia. »Das Auswärtige Amt muss aktiv werden. Jetzt zählt jeder Tag«, sagte Gehr.
Shani Louk wird seit Samstag vermisst. Sie wurde offenbar bei dem Angriff der islamistischen Hamas auf ein Rave-Festival in Israel in den Gazastreifen verschleppt. Auf einem Video war die 22-Jährige halb nackt auf einem Pick-up zwischen mehreren Hamas-Männern offenbar im Gazastreifen zu sehen, mit dem Gesicht zum Boden, die Beine verdreht. Ein Junge spuckt auf ihren Körper. Ihre Mutter hatte sie anhand ihrer Tattoos erkannt.
Shani Louk hat nie in Deutschland gelebt, war aber mehrfach zu Besuch bei ihren Großeltern in Ravensburg in Baden-Württemberg. Ihre Mutter, eine Katholikin, die später zum Judentum konvertierte, war demnach nach Israel ausgewandert. Der jüdische Vater ist Israeli. Die Familie lebe etwa 80 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Die junge Frau hat demnach aber neben der israelischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
Auf Instagram postete die junge Frau oft Bilder und Videos von sich auf Musikveranstaltungen. Darauf tanzt sie ausgelassen mit Freunden oder posiert wie ein Model.
Die Hamas hatte bei ihrem Angriff auf das Musikfestival in der Negev-Wüste ein Massaker angerichtet. Bis zu 260 Menschen wurden bei dem Angriff auf das Festival getötet. Zu dem Festival in der Nähe des Kibbuz Re’im nahe dem Gazastreifen hatten sich Hunderte junge Israelis versammelt. Die Hamas-Kämpfer schossen stundenlang wahllos auf die flüchtenden Menschen und verschleppten auch viele in den Gazastreifen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes haben wir einen Instagram-Beitrag eingebunden, der vermeintlich von Louks Account stammte. Tatsächlich aber stammte das Foto von einem Profil, das nicht mit der 22-Jährigen in Verbindung steht. Louks Konto wurde mittlerweile auf privat gestellt.