Wegen Tod eines Journalisten NRW-Innenminister fordert freiwillige Räumung des Hambacher Forsts

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen bestehen nach dem Unfalltod eines Journalisten auf der Räumung des Hambacher Forsts. CDU-Minister Reul hofft, dass die Umweltaktivisten abziehen - "damit nichts passiert".
Herbert Reul, Innenminister in Nordrhein-Westfalen

Herbert Reul, Innenminister in Nordrhein-Westfalen

Foto: Martin Gerten/ dpa

Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten im Hambacher Forst hat der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul ein freiwilliges Ende der Waldbesetzung angemahnt. Der CDU-Politiker appellierte an die Braunkohlegegner, die Baumhäuser freiwillig zu verlassen, "damit nichts passiert".

Die Baumhäuser müssten geräumt werden, weil sie gefährlich seien, sagte Reul dem Radiosender WDR 2. Die Landesregierung hatte die Räumung nach dem tödlichen Unfall vorerst unterbrochen. Wann sie weitergehe, wisse er nicht, sagte Reul: "Das wollen wir in aller Ruhe überlegen."

Am Mittwoch war ein Journalist durch die Bretter einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gebrochen, 15 Meter in die Tiefe gestürzt und wenig später seinen schweren Verletzungen erlegen. Der junge Mann hatte das Leben der Aktivisten in dem Waldgebiet dokumentiert. Zum Zeitpunkt des Absturzes waren keine anderen Personen in unmittelbarer Nähe des Mannes, wie Polizei und Aktivisten übereinstimmend berichteten.

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Nach Tod eines Journalisten: NRW-Regierung setzt Räumung des Hambacher Forsts aus

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Die Aachener Polizei sprach von einem Unglück. Es habe zum Unglückszeitpunkt keine Aktivitäten der Einsatzkräfte in der Nähe der Unglücksstelle und am Baumhaus gegeben. Der Journalist habe gerade seine Speicherkarte austauschen wollen, als er abgestürzt sei.

Die Waldbesetzer protestieren gegen das Vorhaben des Energiekonzerns RWE, weite Teile des Forstes abzuholzen, um dort Braunkohle zu baggern. In bis zu 25 Meter Höhe hatten Aktivisten Baumhäuser gebaut; sie halten den Wald so seit sechs Jahren besetzt.

Die Polizeiaktion, bei der Baumhäuser geräumt und abgerissen werden, hatte am vergangenen Donnerstag mit einem Großaufgebot begonnen. Bis Mittwoch waren laut Polizei 39 von 51 Baumhäuser geräumt. Der Wald gilt als Symbol des Widerstands gegen den Abbau von Braunkohle und die damit verbundene Klimabelastung.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Gegner der Rodung argumentieren, der Wald habe eine 12.000 Jahre alte Geschichte. Es gebe dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus.

mxw/dpa