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Mann nach Sturz schwer verletzt: Unfall im Hambacher Forst

Foto: Jonas Nolden

Hambacher Forst Mann nach Sturz von Hängebrücke schwer verletzt

Im Hambacher Forst hat sich ein Journalist bei einem Sturz aus großer Höhe verletzt. Er soll durch eine Brücke zwischen zwei Baumhäusern gebrochen sein.

Im rheinischen Braunkohlerevier Hambacher Forst ist eine Person aus großer Höhe von einem Baum gestürzt. Rettungskräfte seien vor Ort, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann war ersten Erkenntnissen zufolge über eine Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gelaufen und dabei durch die Brücke gebrochen, sagte der Sprecher.

Seiner Darstellung zufolge ereignete sich der Sturz nicht bei einem polizeilichen Zugriff. Das deckte sich mit Augenzeugenberichten, wonach vor dem Sturz kein Polizist in der Nähe des Mannes auf der Brücke war. Beobachtern vor Ort zufolge befindet sich die Brücke in etwa 14 Metern Höhe.

Der Schwerverletzte wurde mit einem Hubschrauber weggebracht. Es handelt sich offenbar um einen Journalisten, wie die Polizei sagte - zunächst hatten die Beamten gesagt, der Mann sei ein Baumhaus-Bewohner. Das Aktionsbündnis "Hambi bleibt" hatte dagegen von Anfang an gesagt, es handle sich um einen Journalisten. Er sei schon öfter auf den Bäumen und in den Baumhäusern gewesen, sagte eine Sprecherin der Waldbesetzer dem SPIEGEL. Der Mann habe an einer Langzeitdokumentation gearbeitet.

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Mann nach Sturz schwer verletzt: Unfall im Hambacher Forst

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Seit vergangenen Donnerstag wird der Wald zwischen Köln und Aachen mit einem Großaufgebot der Polizei geräumt - dagegen gibt es Widerstand von Klima- und Umweltschützern, die auf Baumhäusern in dem Waldgebiet ausharren. Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forstes abholzen, um weiter Braunkohle abbauen zu können. Nach dem Sturz setzte die Polizei die Räumung vorerst aus.

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Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst seit Jahren gegen die geplante Abholzung. In bis zu 25 Metern Höhe hatten sie rund 55 Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt. Bis zum Nachmittag waren 39 der gut 50 von Klimaschützern errichteten Baumhäuser geräumt. Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß; nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet, nun soll noch einmal gut die Hälfte des verbliebenen Waldes abgeholzt werden.

Vier Waldbesetzer - zwei Frauen und zwei Männer - sind mittlerweile in Untersuchungshaft. Drei von ihnen verweigerten die Feststellung ihrer Personalien, der Vierte habe einen knienden Polizisten von hinten angegriffen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen.

Mit mehr als 500.000 Unterschriften wollen Umweltschützer die NRW-Landesregierung dazu bringen, die geplante Rodung doch noch zu stoppen. Für Donnerstag planen BUND, Campact und Greenpeace die Übergabe der im Internet gesammelten Unterschriften an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das Motto der Aktion: "Armin lasset!"

le/ulz/dpa
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