Polizeiaktion Räumung von Barrikaden im Hambacher Forst

Rund hundert Umweltaktivisten halten einen Teil des Hambacher Forsts besetzt. Nun rückt die Polizei wieder an, um Barrikaden zu entfernen - Baumhäuser seien nicht betroffen.
Ein Baumhaus im Hambacher Forst

Ein Baumhaus im Hambacher Forst

Foto: David Young/ dpa

Im Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen läuft ein Polizeieinsatz. Es gehe dabei nicht um die Räumung von Baumhäusern, sondern von Barrikaden, die die Einsatzwege versperrten, sagte ein Polizeisprecher. Waldbesetzer hätten teilweise bis zu 15 Meter hohe Strukturen aus Baumstämmen mit Plattformen auf den Waldwegen errichtet. Dies könne die Polizei nicht hinnehmen, da die Wege für Rettungsfahrzeuge frei bleiben müssten. "Da das ein öffentlich zugänglicher Wald ist, müssen wir da auch Streife fahren können", sagte der Polizeisprecher.

Die Polizei schrieb auf Twitter, dass Beamte aus Aachen einen "Barrikadenräumeinsatz" durchführen würden. "Der polizeiliche Einsatz dient ausschließlich der Gefahrenabwehr sowie der Durchführbarkeit strafrechtlicher Maßnahmen", hieß es.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Es sollen demnach "unter anderem Barrikaden oder ähnliche Konstruktionen von den Einsatzwegen im und am Hambacher Forst entfernt" werden. Die Polizei forderte dazu auf, dass Zufahrten und Wege befahrbar bleiben müssten.

Aktivisten schrieben auf Twitter, dass Hundertschaften an jedem Waldeingang stünden. Später bestätigte die Polizei, mit mehreren Hundertschaften vor Ort zu sein. "Sollte es im Laufe des Einsatzes zu Straftaten kommen, müssen wir diese natürlich konsequent verfolgen", sagte ein Sprecher. Dann könne sich der Einsatz auch über den ganzen Tag hinziehen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Rund hundert Waldbesetzer

Die Zahl der Waldbesetzer schwankt nach Polizeiangaben stark, bewegt sich aber ungefähr um die Marke von hundert Personen. Sie kämen aus einem breiteren politischen Spektrum, unter anderem aus der anarchistischen und aus der Umweltszene.

Der Wald am Tagebau Hambach zwischen Köln und Aachen sollte ursprünglich für den fortschreitenden Tagebau gerodet werden. Dabei entwickelte sich der Wald zu einem Symbol für den Kampf von Klimaschützern gegen die Kohlebranche. In einem der größten Polizeieinsätze der nordrhein-westfälischen Geschichte wurde der Hambacher Forst im Herbst 2018 geräumt. 86 Baumhäuser wurden zerstört. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) argumentierte, es dürfe keinen rechtsfreien Raum geben.

Schließlich verständigten sich Bund, Länder und Energiekonzerne jedoch Anfang dieses Jahres im Zuge der Kohle-Einigung darauf, dass der Wald doch erhalten bleiben soll. Die Aktivisten des Anti-Kohle-Bündnisses "Ende Gelände" bezeichneten dies als Erfolg des zivilen Ungehorsams. Sie lehnten es jedoch ab, sich aus dem Wald zurückzuziehen.

kko/dpa
Verwandte Artikel