Hamburg Babyleiche aus Klinik gestohlen

In einem Hamburger Krankenhaus ist eine Metallkiste mit einer Babyleiche verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Dieb nichts vom Inhalt des Behälters wusste und wertet nun Tausende Stunden Überwachungsvideos aus.


Hamburg - Aus einer Klinik im Hamburger Bezirk Altona ist eine Kiste mit einem Babyleichnam gestohlen worden. "Der Dieb hatte vermutlich keine Ahnung, was sich in der geschlossenen Metallkiste befand", sagte eine Polizeisprecherin. Hinweise zu dem Leichnam würden ausdrücklich auch anonym entgegengenommen. Oberste Priorität habe, "den Eltern des toten Säuglings eine Chance zu einer Bestattung ihres Kindes zu geben", sagte die Sprecherin.

Das "Hamburger Abendblatt" hatte am Dienstag berichtet, das Kind sei am 11. Oktober in der Asklepios Klinik Altona tot zur Welt gekommen. Ein Mitarbeiter, der den Leichnam des Kindes in die Pathologie hätte bringen sollen, habe die Kiste stattdessen in ein Regal in einem Gang gestellt. Dieses sei aber nur für leere Kisten gedacht.

Das Verschwinden der Babyleiche wurde dem Bericht zufolge erst am vergangenen Freitag bemerkt, als sie von einem Bestatter abgeholt werden sollte. Ein Sprecher des Krankenhauses sagte, es sei nicht klar, wo genau der Mitarbeiter die Kiste in dem Gang abgestellt habe. Der Mann sei nach Bekanntwerden des Falles umgehend entlassen worden.

Der rund 500 Meter lange unterirdische Gang werde außer von medizinischem Fachpersonal vor allem von Handwerkern benutzt, da er zu einer Baustelle führe. "Der normale Besucher verirrt sich da nicht hin", sagte der Sprecher. Die Polizei werte nun Aufnahmen von 23 Überwachungskameras aus, was aber viel Zeit in Anspruch nehme. Es sei von mehr als 2000 Stunden Videomaterial auszugehen. An sämtlichen Zugängen des Tunnels gebe es Kameras.

Zudem habe das Krankenhaus eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zum Auffinden des toten Babys führen. "Es geht nicht darum, den Dieb zu bestrafen", sagte der Sprecher. Vielmehr solle nun alles dafür getan werden, das tote Kind wiederzufinden.

ulz/dapd

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