Tödliches Kohlenmonoxid Defekte Zentralheizung löste Hamburger Gasunglück aus

Drei Menschen starben Anfang der Woche in Hamburg-Harburg an einer Kohlenmonoxidvergiftung, 13 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Nun ist klar, wie es zu dem Gasunglück kommen konnte.

Unglücksort in Hamburg-Harburg: Ursache für hohe Gaskonzentration gefunden
DPA

Unglücksort in Hamburg-Harburg: Ursache für hohe Gaskonzentration gefunden


Hamburg - Die Ursache für das Kohlenmonoxid-Unglück im Süden Hamburgs mit drei Toten steht fest. Ein Defekt in der Gaszentralheizung eines der betroffenen Häuser habe dazu geführt, dass sich am Dienstag eine extrem hohe Konzentration des giftigen Gases bilden konnte, teilte die Polizei mit. Der Sachverständige der Schornsteinfegerinnung habe einen entsprechenden Fehler in der Brennwerttherme gefunden.

Die Anlage wurde stillgelegt und für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Die Bewohner können nun in ihre Wohnungen zurückkehren. 13 Opfer befinden sich den Angaben zufolge noch mit teils schweren Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus, darunter auch ein einjähriges Kind.

Am Dienstagnachmittag waren in zwei benachbarten Mehrfamilienhäusern im Stadtteil Harburg hohe Kohlenmonoxidwerte gemessen worden. In verschiedenen Wohnungen fanden Einsatzkräfte der Feuerwehr schließlich drei Tote. Die Männer im Alter von 32, 56 und 72 Jahren waren von dem hochgiftigen Gas offenbar im Schlaf überrascht worden.

Polizei und Feuerwehr waren während eines Notfalleinsatzes in einem der Gebäude auf die lebensbedrohliche Situation aufmerksam geworden. Erste Messungen ergaben einen Kohlenmonoxid-Wert von rund 50.000 ppm (Parts per Million). Der Grenzwert liegt etwa für Arbeitsplätze bei 30 ppm. Die Feuerwehr entschied, das Gebäude zu räumen und selbst nur noch mit Atemschutz zu betreten.

Kohlenmonoxid ist farblos und besitzt weder Geruch noch Geschmack. Vom Menschen kann es daher nicht wahrgenommen werden. Im Körper blockiert das Gas den Sauerstofftransport über die roten Blutkörperchen und führt damit in höheren Konzentrationen zum Tod durch Ersticken.

jbe/dpa



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