Hamburg Klimaaktivisten kleben sich in Elbphilharmonie an Dirigentenpult fest

Die Sächsische Staatskapelle wollte gerade ihr Konzert beginnen, da kam es in der Hamburger Elbphilharmonie zu einem Zwischenfall: Ein Mann und eine Frau nahmen das Pult des Dirigenten in Beschlag – und setzten zum Vortrag an.
Elbphilharmonie in Hamburg (2021)

Elbphilharmonie in Hamburg (2021)

Foto: Morris Mcmatzen / AFP

Kurz vor Beginn eines Konzertes in der Elbphilharmonie haben Klimaaktivisten der »Letzten Generation« sich am Mittwochabend an einem Dirigentenpult festgeklebt. In einem Video, dass die Gruppe auf Twitter verbreitete, sah man eine Frau und einen Mann, die jeweils mit Warnweste bekleidet an dem Pult auf der Bühne stehen und zum Publikum sprechen. Die Aktivisten forderten zum Widerstand gegen die ihrer Meinung nach unentschlossene Klimapolitik der Regierung auf.

Zwei Aktivisten hätten sich am Mittwochabend kurz nach 20 Uhr – wenige Augenblicke vor Beginn des Konzertes der Sächsischen Staatskapelle – mit Sekundenkleber an einem Geländer im Großen Saal festgeklebt, teilte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die beiden seien nach kurzer Zeit von dem Geländer gelöst und in Gewahrsam genommen worden.

»Genau wie es nur ein Geigenkonzert von Beethoven gibt, haben wir nur diesen einen Planeten, dessen Grenzen wir so sehr missachten, dass klimabedingte Katastrophen häufiger und tödlicher werden«, sagt eine Aktivistin in einem auf Twitter veröffentlichten Video der »Letzten Generation«. Und: »Es wird keine Elbphilharmonie mehr geben, um Beethoven zu genießen, wenn Hamburg unter Wasser steht.«

Immer wieder Aktionen mit Kunstbezug

In den vergangenen Wochen ist es mehrfach zu Aktionen von Klimaaktivisten im Zusammenhang mit Kulturveranstaltungen oder Kunstwerken gegeben. Erst Mitte November wurde das mit Glas geschützte berühmte Gemälde »Tod und Leben« von Gustav Klimt im Wiener Leopold Museum mit Öl beschüttet. Einer der Aktivisten klebte sich auch mit der Hand an das Schutzglas.

Zuvor war unter anderem in der Londoner National Gallery Tomatensuppe in Richtung des berühmten Werks »Sonnenblumen« des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh geworfen worden. Auch dieses Werk war durch eine Glasscheibe geschützt.

Die Aktionen der »Letzten Generation« sind auch in der deutschen Bevölkerung umstritten, eine Mehrheit lehnt die Verkehrsblockaden und Kunstbeschädigungen laut einer SPIEGEL-Umfrage  ab.

jok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.