Polizeiausbilder kauft Drogen am Hamburger Hafen – und wird von seinen Kollegen erwischt

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Dieser Beitrag wurde am 24.11.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Wer in Hamburg einem Polizisten oder einer Polizistin begegnen will, muss nicht lange überlegen: An der Hafenstraße im Viertel St. Pauli patroullieren sie, halten Ausschau nach Menschen, die Drogen kaufen oder verkaufen. 

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Dass hier Kontrollen stattfinden, weiß eigentlich fast jede Hamburgerin und jeder Hamburger. Die Polizei richtete 2016 Schwerpunktkontrollen ein, mit gelber Weste stehen die Beamten seitdem dort. Mehr als 65.000 Menschen wurden bereits angehalten und durchsucht.

Kann man ja mal vergessen, oder?

Wir wissen nicht, ober der 47-Jährige Polizeiausbilder das lediglich vergessen hatte oder aus irgendwelchen anderen Gründen unzurechnungsfähig war, als er am Mittwochmorgen zur Treppe an der Hafenstraße ging. Der Hauptkommissar besorgte sich an diesem Morgen offenbar vier Beutel Marihuana. Zivilfahnder beobachteten ihn beim Kauf der Droge, so berichtet es das Hamburger Abendblatt . Kurz verfolgten sie ihn noch, dann griffen sie zu – und erkannten ihn wieder.

Denn wenn er nicht gerade auf St. Pauli unterwegs ist, unterrrichtet der Mann an der Polizeiakademie junge Polizistinnen und Polizisten. Er müsste also eigentlich in der Lage sein, einen Zivilfahnder zu erkennen. Oder zumindest wissen, wo die Polizei in Hamburg wirklich jeden Tag steht, um Drogendealer zu verjagen. Laut "Abendblatt" sorgte die Festnahme des Ausbilders dann auch innerhalb der Hamburger Polizei für Verwunderung.

Wie geht es mit dem Ausbilder weiter?

Eine Rückkehr an die Polizeiakademie ist unter diesen Bedingungen natürlich schwer vorstellbar. Da der Ausbilder den Drogenkauf nicht leugnete, steht auch schon fest, wie es mit ihm weitergeht: Er wurde versetzt, darf keine Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter mehr unterrichten. Ihm droht außerdem ein Straf- und ein Disziplinarverfahren. berichtet das Hamburger Abendblatt 

Die Chancen stehen ganz gut, dass er dennoch Polizist bleiben darf. Laut der Zeitung müsste der Richter eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verhängen, damit der Mann aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden könnte. Zumindest das erscheint eher unwahrschienlich.

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