Mahnwache in Hamburg Zwei Jugendliche wegen antisemitischen Angriffs verurteilt

Zwei Brüder haben während einer Demonstration gegen Antisemitismus einen 61 Jahre alten Teilnehmer beschimpft und geschlagen. Der Mann musste mehrfach operiert werden. Die Jugendlichen sollen nun gemeinnützige Arbeit leisten.
Teilnehmende einer Kundgebung halten ein Banner vor dem Strafjustizgebäude in Hamburg hoch

Teilnehmende einer Kundgebung halten ein Banner vor dem Strafjustizgebäude in Hamburg hoch

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Christian Charisius / dpa

Wegen eines Angriffs auf einen Teilnehmer einer Mahnwache gegen Antisemitismus hat das Amtsgericht Hamburg einen 17-Jährigen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Er wurde der schweren Körperverletzung und der Beleidigung für schuldig befunden. Die Vollstreckung wurde zur Bewährung ausgesetzt, wie die Pressestelle am Oberlandesgericht mitteilte. Zu den Bewährungsauflagen gehören gemeinnützige Arbeit und ein Anti-Gewalt-Training.

Der 15 Jahre alte mitangeklagte Bruder des 17-Jährigen wurde wegen Beleidigung schuldig gesprochen. Er muss in Gesprächen mit der Jugendgerichtshilfe die Tat aufarbeiten und gemeinnützige Arbeit leisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 61-Jährige musste dreimal operiert werden

Der Angriff hatte sich am 18. September 2021 ereignet. Der ältere Bruder soll einem Versammlungsteilnehmer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn erheblich verletzt haben. Wegen des Alters der Angeklagten fand die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Vor dem Beginn der Verhandlung hatte das Opfer, ein 61-Jähriger, angegeben, er sei nach der Attacke dreimal operiert worden. Sein Nasenbein, sein Jochbein und der Knochen unter einem Auge seien gebrochen gewesen.

czl/dpa
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