Hamburger Hafen Schwefelsäure-Tanker gesunken - elf Verletzte

Nach der Kollision mit einem Containerschiff ist im Hamburger Hafen ein mit Schwefelsäure beladener Tanker gesunken. Elf Menschen wurden durch giftige Dämpfe verletzt. Auf der Wasseroberfläche des Hafens treiben bereits tote Fische. Gegen den Kapitän wird wegen des Verdachts der Trunkenheit ermittelt.


Feuerwehr am Unfallort: Mit Wassernebel versuchen die Experten die Gase zu binden
DDP

Feuerwehr am Unfallort: Mit Wassernebel versuchen die Experten die Gase zu binden

Hamburg - Der Wind hatte nach dem Unglück eine Schwefeldampfwolke über den Hafen getrieben. Neun Arbeiter und zwei Polizisten wurden dabei nach Angaben der Feuerwehr leicht verletzt, sie erlitten Reizungen der Augen. Die Schwefelsäure sei vermutlich durch das Be- und Entlüftungssystem des Spezialschiffes ins Hafenbecken ausgetreten und hätte dort ein Fischsterben verursacht.

Die "ENA 2" der Norddeutschen Affinerie (NA) war gestern Abend in der Nähe des Hafens mit dem auslaufenden Containerschiff "Pudong Senator" kollidiert. Das Schiff erreichte noch den Kai, kenterte aber kurz nach dem Festmachen. Nach Mitteilung der Norddeutschen Affinerie ist die Außenhaut des mit 960 Tonnen Schwefelsäure beladenen Doppelhüllentankers beschädigt. Die vier Haupttanks des Schiffs seien aber unversehrt.

Feuerwehrfahrzeug im Hamburger Hafen: Die vier Haupttanks des Schiffs sind unversehrt
DDP

Feuerwehrfahrzeug im Hamburger Hafen: Die vier Haupttanks des Schiffs sind unversehrt

Um das Schiff wurde eine Druckluft-Öl-Sperre errichtet. Sie sollte verhindern, dass sich die auslaufende Säure in dem Hafenbecken ausbreitet. Den Messungen bis in die Morgenstunden zufolge "ist im Moment gesichert, dass die Schwefelsäuretanks nicht beschädigt sind", sagte der Sprecher der Feuerwehr.

Die Ursache des Unfalls ist dem Sprecher zufolge noch unklar. Gegen den Kapitän des Tankschiffs werde Polizeiangaben zufolge wegen des Verdachts der Trunkenheit ermittelt. Das Containerschiff konnte seine Fahrt in Richtung Nordsee unbeschädigt fortsetzen.



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