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Großeinsatz in Hessen Polizei bestätigt acht Tote durch Schüsse in Hanau

In der hessischen Stadt Hanau sind mehrere Menschen getötet worden, die Tatorte sollen Shisha-Bars sein. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, nach den Tätern wird gefahndet.
Polizisten in Hanau: Am Abend fielen an zwei Tatorten Schüsse

Polizisten in Hanau: Am Abend fielen an zwei Tatorten Schüsse

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Nach Schüssen im hessischen Hanau sind acht Menschen tot. Das sagte ein Sprecher der Polizei Hanau. In einer ersten schriftlichen Mitteilung  schrieb die Polizei, sie fahnde mit einem Großaufgebot nach den noch unbekannten Tätern. Die Zahl der Verletzten gaben die Ermittler mit "etwa fünf" an. Diese Angabe könne sich noch nach unten oder oben verändern.

Die Hintergründe waren zunächst noch völlig unklar. "Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren", hieß es von den Behörden. Dabei werden auch Hubschrauber eingesetzt.

Was bisher bekannt ist: An zwei verschiedenen Orten fielen gegen 22 Uhr am Mittwochabend Schüsse. Im Bereich Heumarkt wurde demnach mindestens eine Person schwer verletzt. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt. Ein dunkler Wagen sei von dort davongefahren. Ein weiterer Tatort liege am Kurt-Schumacher-Platz. Dieser befindet sich im Stadtteil Kesselstadt.

Hanau liegt im Main-Kinzig-Kreis etwa 20 Kilometer östlich von Frankfurt am Main und hat etwa 100.000 Einwohner.

Vor einem Imbiss am Heumarkt lagen nach Angaben eines dpa-Reporters Patronenhülsen. Die Spuren wurden mit Farbspray markiert. Die Polizei forderte neugierige Passanten auf, den Bereich zu verlassen und sich in ihre Wohnungen und die Lokalitäten vor Ort zu geben.

Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren.

Polizei Südosthessen

Der Hessische Rundfunk  (hr) berichtete, zunächst seien Schüsse in einer Shisha-Bar am Heumarkt in der Hanauer Innenstadt gefallen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben. Laut hr starben dort drei Menschen. Die Täter sollen anschließend in die Karlsbader Straße im Stadtteil Kesselstadt gefahren sein und dort in einer anderen Shisha-Bar ebenfalls Schüsse abgegeben haben. Hier kam es demnach zu fünf Toten. Eine mögliche dritte Schießerei im Stadtteil Lamboy bestätigte sich nicht.

Bürgermeister von Hanau: "Ein furchtbarer Abend"

Die Polizei sperrte den Tatort am Heumarkt weiträumig ab. Beamte mit Maschinenpistolen sicherten die Umgebung ab. Um ein beschädigtes Auto, das mit Rettungsdecken abgedeckt war, wurde in der Nacht ein Feuerwehrzelt aufgebaut, das auch als Sichtschutz diente. Ermittler aus dem bayerischen Unterfranken waren zur Unterstützung der hessischen Kollegen in Hanau vor Ort. Eine Zahl nannte die Leitstelle des Präsidiums in Würzburg nicht.

Beschädigtes Auto an einem der Tatorte: Noch immer sind die Hintergründe der Tat offen

Beschädigtes Auto an einem der Tatorte: Noch immer sind die Hintergründe der Tat offen

Foto: Kai Pfaffenbach / REUTERS

Der Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky, äußerte sich gegenüber der "bild"-Zeitung zu der Bluttat : "Ein furchtbarer Abend. Der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben." Es sei, so der SPD-Politiker, ein Abend, "wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann".

Auch die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hanau, Katja Leikert (CDU), hat sich bestürzt gezeigt. "In dieser fürchterlichen Nacht in Hanau wünsche ich den Angehörigen der Getöteten viel Kraft und herzliches Beileid", schrieb die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion bei Twitter. "Den Verletzten eine hoffentlich schnelle Genesung. Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle. Danke an alle Einsatzkräfte!!"

ptz/jok/dpa/Reuters