Hanau: Der Tag zum Nachlesen "Nazijäger" vergleichen Anschlag von Hanau mit NS-Zeit

Beate und Serge Klarsfeld wurden bekannt, weil sie untergetauchte NS-Verbrecher enttarnten. Nun rufen die "Nazijäger" Muslime und Juden auf, gemeinsam gegen rechtsextreme Gewalt zu kämpfen.
Serge und Beate Klarsfeld über Muslime: "Die deutsche extreme Rechte ist ihr Feind, wie sie der Feind der Juden ist."

Serge und Beate Klarsfeld über Muslime: "Die deutsche extreme Rechte ist ihr Feind, wie sie der Feind der Juden ist."

Remy de la Mauviniere/ AP
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    Die "Nazijäger" Beate und Serge Klarsfeld haben nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag eine historische Parallele zu den Nationalsozialisten gezogen. Das Attentat habe Muslimen gegolten - in einer Art und Weise, die an die Ausschreitungen der Nazis gegen die Juden vor 1933 erinnere, teilten die Klarsfelds, die die "Vereinigung der Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs" führen, mit.

    Beate und Serge Klarsfeld waren als "Nazijäger" bekannt geworden, da sie für die Enttarnung untergetauchter NS-Verbrecher sorgten. Für ihren Kampf gegen das Vergessen von Antisemitismus waren sie Juli vergangenen Jahres mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis ausgezeichnet worden.

    Muslime und Juden müssten gemeinsam dafür kämpfen, dass die rechtsextremistische Gewalt ende, teilten sie nun mit. Mit Blick auf Muslime schrieben die Klarsfelds: "Die deutsche extreme Rechte ist ihr Feind, wie sie der Feind der Juden ist."
  • 2/20/20 6:01 PM
    UN-Generalsekretär António Guterres hat mit Bestürzung auf den mutmaßlich rechtsradikal motivierten Angriff von Hanau reagiert und einen verstärkten Kampf gegen Rassismus gefordert. "Der Generalsekretär ist entsetzt über die Schüsse von Hanau", sagte Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Guterres spreche den Familien der Opfer und der deutschen Regierung sein Beileid aus. "Der Generalsekretär steht in Solidarität mit Deutschland und bekräftigt seinen Aufruf an uns alle, unser Versprechen zur Beendigung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Hass gegenüber Muslimen zu erneuern".
  • 2/20/20 5:30 PM
    Auch die Berlinale will ein Zeichen setzen: Mit einer Schweigeminute während der Eröffnungsgala am Abend will sie der Opfer der Gewalttat gedenken. Das kündigten die Organisatoren unmittelbar vor Beginn der 70. Internationalen Filmfestspiele in Berlin an.

    "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien", teilte das Festival mit. Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt und Gastfreundschaft. "Das Festival stellt sich gegen Gewalt und Rassismus." Die Gala sollte um 19.30 Uhr beginnen.

  • 2/20/20 5:20 PM
    Nach SPIEGEL-Informationen ist R. in der Vergangenheit einmal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Gegen ihn sei wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt worden. Das Verfahren sei aber eingestellt worden.
  • 2/20/20 5:07 PM
    Der Deutsche Schützenbund äußert sich "fassungslos" zu der Tat des Sportschützen Tobias R. Für eine Verschärfung des Waffenrechts sehe er jedoch keinen Grund: "Es gibt genügend Kontrollen für Sportschützen", sagte Verbands-Vize Walter Wolpert.
  • 2/20/20 4:17 PM
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist im hessischen Hanau eingetroffen. Zunächst will Steinmeier zusammen mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Tatorte besuchen und mit Bürgern sprechen. Später ist eine Teilnahme an der Mahnwache der Stadt auf dem Marktplatz geplant, wo er auch Gedenkworte sprechen will.
  • 2/20/20 4:10 PM
    Auch am Freitag sollen eine Schule und zwei Kindertagesstätten in Hanau geschlossen bleiben. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Polizei im Stadtteil Kesselstadt/Weststadt, teilte die Stadtverwaltung mit. Betroffen sind die Heinrich-Heine-Schule und die Kinderburg West sowie das Kinderhaus West. Ein Notdienst sei in einer Kita in unmittelbarer Nähe eingerichtet worden. Der Unterricht an der Heinrich-Heine-Schule soll nach einer bereits geplanten Pause über Fastnacht am Mittwoch wieder starten.
  • 2/20/20 4:05 PM
    Der Attentäter war Mitglied im Schützenverein Diana Bergen-Enkheim. Das sagte Thilo von Hagen, Sprecher des Deutschen Schützenbundes (DSB), in Wiesbaden. Laut dem Verein selbst war Tobias R. ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffällig geworden sei.

    "Er hat keinerlei ausländerfeindliche Sprüche geklopft", sagte der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe R. kein auffälliges Verhalten gezeigt. Seit 2012 sei der 43-Jährige Mitglied bei Diana gewesen. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber üblich sei. Dass Tobias R. im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien äußerte, sei nicht bekannt gewesen. "Mit dem konnte man sich ganz vernünftig unterhalten", sagte Schmidt.
  • 2/20/20 3:52 PM
    Bundesweites Gedenken: Das #Unteilbar-Bündnis rief auf Twitter dazu auf, sich Kundgebungen, Demonstrationen und Mahnwachen anzuschließen: "Heute Abend raus auf die Straßen! Solidarität zeigen mit den Angehörigen und Betroffenen des rassistischen Terroranschlags von Hanau." Darunter veröffentlichte das Bündnis Termine in mehr als 50 Städten - darunter die Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln, aber auch kleinere Städte wie Bad Segeberg oder Wetzlar.
    https://twitter.com/Unteilbar_/status/1230502125777670144
  • 2/20/20 3:21 PM
    "Wir alle sind aufgefordert, nicht zur Tagesordnung überzugehen", schreibt Linkenchef Dietmar Bartsch auf Twitter.
  • 2/20/20 3:18 PM
    In den Fußball-Bundesligen wird am Wochenende der Opfer des Anschlags gedacht. DFL-Chef Christian Seifert sprach von einem "entsetzlichen Verbrechen".

    Die Mannschaften in den ersten drei Ligen der Männer werden wie auch die Teams der Frauen-Bundesligen am Wochenende mit Trauerflor spielen. Zudem wird es vor den Partien eine Schweigeminute geben.

    DFB-Präsident Fritz Keller äußerte: "Wir sind angesichts dieser sinnlosen Gewalttat erschüttert und fassungslos. Sie ist die nächste eindringliche Mahnung, dass wir alle gegen Hass und Rassismus, gegen jede Form der Diskriminierung zusammenstehen müssen - ob auf der Stadiontribüne, auf der Straße oder im Internet."
  • 2/20/20 3:08 PM
    Politiker, Parteien und Verbände haben zur Teilnahme an Mahnwachen am Donnerstagabend aufgerufen. In Berlin ist für 18.00 Uhr eine Mahnwache am Brandenburger Tor geplant. Auch in Hanau soll es um diese Zeit eine Mahnwache auf dem Marktplatz geben.

    Auch in vielen anderen deutschen Städten sind Veranstaltungen geplant. In Hanau will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Gedenkworte sprechen.

    In Berlin kündigten sich Grünenchefin Annalena Baerbock und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) an. Auch FDP-Chef Christian Lindner, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, sein SPD-Kollege Lars Klingbeil und SPD-Chefin Saskia Esken kündigten sich an.

    "Alle Demokraten müssen jetzt zusammen stehen, um ein Zeichen gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu setzen", schrieb FDP-Chef Lindner.

  • 2/20/20 3:00 PM
    "Wir leiden. Es ist wirklich ein schwarzer Tag für Deutschland." Das sagte Ali Kemal Aydin, türkischer Botschafter, nach dem Anschlag von Hanau.

    "Nach vorläufigen Informationen haben wir alleine unter den türkischen Staatsbürgern ein Opfer", sagte er weiter. "Drei oder vier" Opfer könnten die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. Offizielle Angaben zur Staatsangehörigkeit der Opfer gibt es bisher nicht.
  • 2/20/20 2:53 PM
    Der Anschlag von Hanau hinterließ auch digital Spuren - zum Beispiel auf Google Maps. In dem Kartendienst war in der Nacht zum Donnerstag im Bereich der Hanauer Innenstadt ein Warnhinweis "Schusswaffengebrauch" zu sehen. Dahinter steckt ein Service, den Google SOS-Warnmeldungen nennt und der vielen Smartphone-Nutzern im Kontext von Hanau offenbar zum ersten Mal bewusst begegnet ist.

    "SOS-Warnmeldungen sollen bei Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Krisen Notfallinformationen für alle zugänglicher machen", erklärt Google selbst das Angebot. Man stelle für die SOS-Warnmeldungen "relevante und zuverlässige Inhalte aus dem Web, den sozialen Medien und den Google-Produkten" zusammen und zeige sie in Google-Diensten wie der Google-Suche und Google Maps gut sichtbar an.

    Teil des Angebots sind dem Unternehmen zufolge auch Benachrichtigungen, die auf die Startbildschirme von Smartphones in der Nähe eines "Krisengebiets" geschickt werden, ebenso Banner, die nur bei bestimmten Google-Sucheingaben auftauchen.

    Die Möglichkeit, Online-Bewertungen für eine Shishabar abzugeben, die zum Tatort wurde, hat Google derweil eingestellt. Die entsprechende Seite wäre sonst wohl voll mit Solidaritätsbekundungen, aber auch Hetze: Das lehrt das Beispiel des Anschlags von Halle aus dem Oktober, bei dem ein Mann in einem Dönerimbiss erschossen wurde.
  • 2/20/20 2:38 PM
    Als Reaktion auf den Anschlag von Hanau will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland verstärken. Er werde noch am Abend mit den Innenministern der Länder darüber beraten, "wie wir in den nächsten Tagen die Sicherheitslage noch besser gewährleisten können", sagte Seehofer am Donnerstag bei einem Besuch an einem der Tatorte in Hanau.

    Dies sei auch "vor dem Hintergrund vieler öffentlicher Veranstaltungen in den nächsten Tagen" erforderlich. Es sei nun "die große und zentrale Aufgabe", den Gegnern der freiheitlichen Grundordnung "die Stirn zu bieten".
  • 2/20/20 2:26 PM
    Betroffene der Gewalttat von Hanau können sich an ein Hilfetelefon wenden. Unter der Nummer 0800-0009546 können Betroffene ihr Anliegen vorbringen. Das teilte der Beauftragte der Bundesregierung für die Opfer terroristischer Taten, Edgar Franke, per Twitter mit.
  • 2/20/20 2:20 PM
    Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat der mutmaßliche Täter früher in Bayern gelebt.

    "Zuletzt hat er sich wohl 2018 im südbayerischen Raum aufgehalten", sagte Herrmann am Donnerstag in Friedberg im Landkreis Augsburg. Es habe aber damals keine Erkenntnisse gegeben, dass der Mann ein Extremist sei.
  • 2/20/20 1:48 PM
    SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat zu politischer und gesellschaftlicher Ächtung des Rechtsextremismus aufgerufen. "Es ist jetzt an der Zeit, dass wir in diesem Land einen Aufstand der Anständigen bekommen, und alle müssen sich fragen, welche Rolle sie bei diesem Aufstand annehmen können", sagte Klingbeil in Berlin. Die Sicherheitsbehörden und andere Verantwortliche hätten zu lange ignoriert, "was sich am rechten Rand zusammenbraut".
  • 2/20/20 1:46 PM
    Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner forderte, zu prüfen, "ob Sicherheitsbehörden bereits richtig aufgestellt sind, um der wachsenden Gefahr rechten Terrors begegnen zu können". Außerdem müsse ein "klares Signal gegenüber denjenigen gesetzt werden, die mit Hass Politik machen", schreibt der Politiker bei Twitter.


  • 2/20/20 1:25 PM
    Unter den Todesopfern von Tobias R. sind offenbar neun Menschen mit Migrationshintergrund - und seine Mutter. Vier der fünf Verletzten hätten zudem ausländische Wurzeln, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Sicherheitskreise.
  • 2/20/20 1:13 PM
    Darf man nach der grausamen Tat von Hanau Karneval feiern? In der hessischen Stadt selbst wurden Faschingsfeiern abgesagt, in Düsseldorf will man mit einem eigenen Motivwagen am Rosenmontag reagieren - und die SPD-Spitze will einer Feier im Kölner Karneval ganz fern bleiben.

    Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sagten einen geplanten Besuch beim Kölner Karneval ab. Die beiden waren unter anderem bei der Verleihung des "Närrischen Oscars" im Kölner Neven-DuMont-Haus eingeladen.

    Dem "Kölner Stadt-Anzeiger", der zu DuMont gehört, sagte Walter-Borjans zu seiner Absage: "Es ist furchtbar, und ich will den Jecken in Köln und anderswo den Spaß an der Freud nicht nehmen. Erst recht nicht, wenn es darum geht, dass sie damit ein Bekenntnis zum Leben und Lebenlassen ablegen. Wir würden diese Überzeugung in anderen Teilen des Landes aber nur schwer vermitteln können."

    Walter-Borjans riet den Kölnern, dennoch zu feiern - um "Toleranz zu leben und offensiv zu zeigen". Der SPD-Chef sagte weiter: "In diesem Sinne ein trotziges Alaaf."
  • 2/20/20 12:45 PM
    Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat den Anschlag als fürchterlich und hasserfüllt verurteilt - und Muslime dazu aufgerufen, auch selbst für ihren Schutz in Deutschland zu sorgen. Mörderische und rassistische Ideologien seien kein Einzelfall. Der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek forderte daher einer Mitteilung des Zentralrats zufolge: "Diejenigen, die Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus weiterhin nicht klar benennen oder gar verharmlosen, machen sich mitschuldig an der blutigen Gewalt gegen Minderheiten."

    Er beklagte eine "jahrzehntelange Untätigkeit der Politik und Sicherheitsbehörden hinsichtlich des Schutzes der deutschen Muslime und Minderheiten". In den vergangenen Tagen habe es ein halbes Dutzend Bombendrohungen gegen Moscheen gegeben. Er forderte die Innenbehörden auf, muslimische Gotteshäuser und muslimische Repräsentanten sichtbar und qualitativ zu schützen. Der ZMD zitiert Mazyek mit den Worten: "Nach dem gestrigen Terror rufe ich die Muslime in Deutschland auf erhöht wachsam zu sein und zudem zusätzlich eigene Schutzmaßnahmen für sich, ihre Familien und Gotteshäuser und Einrichtungen zu ergreifen."



  • 2/20/20 12:42 PM
    Hamburgs Bürgermeister sagt Wahlkampffinale ab: Peter Tschentscher rief dazu auf, stattdessen um 16.30 Uhr vor dem Rathaus "der Opfer des Anschlags zu gedenken und gegen rechts zu demonstrieren".

  • 2/20/20 12:37 PM
    Absage weiterer Faschingsfeiern: Die diesjährige Faschingskampagne sei selbstverständlich beendet, "was denn sonst", sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die letzten Stunden "gehören zu den bittersten und traurigsten Stunden, die diese Stadt in Friedenszeit jemals erlebt hat". In der Gesellschaft dürfe kein Platz für Rassismus und Hetze sein.
  • 2/20/20 12:34 PM
    Unter den Todesopfern sind nach Angaben der türkischen Botschaft in Berlin fünf türkische Staatsbürger. Ein Sprecher der Botschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu, die sich auf den türkischen Botschafter in Berlin Ali Kemal Aydin berufen hatte.
  • 2/20/20 11:58 AM
    Der Düsseldorfer Karneval will mit einem eigenen Mottowagen beim Rosenmontagsumzug auf die Tat von Hanau reagieren. Der Präsident des Comitees Düsseldorfer Karneval, Michael Laumen, sagte auf dem Rathausbalkon: "Wir sind bei den Opfern von Hanau. Unser Düsseldorfer Karneval ist multikulturell."
  • 2/20/20 11:56 AM
    Gedenken auch bundesweit in Fußballstadien: Die Mannschaften der Bundesliga und 2. Liga am Wochenende werden mit Trauerflor auflaufen. Das teilte die Deutsche Fußball Liga mit. Außerdem wird es vor den Spielen eine Schweigeminute geben.
  • 2/20/20 11:52 AM
    Frank-Walter Steinmeier plant, noch am Nachmittag nach Hanau zu reisen. Der Bundespräsident sagte in Berlin: "Meine tiefe Trauer und Anteilnahme gelten den Opfern und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung." Am Abend wird er in Hanau voraussichtlich an einer Mahnwache teilnehmen

  • 2/20/20 11:46 AM
    Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

  • 2/20/20 11:42 AM
    Der Innenausschuss im Bundestag plant am kommenden Donnerstag eine Sondersitzung zur Gewalttat von Hanau. Sie habe die Sitzung für 10.30 Uhr beantragt, "um mehr über die Hintergründe zu erfahren", teilte die Ausschussvorsitzende Andrea Lindholz (CSU) mit. "Damit erhalten die Behörden genügend Zeit, um einen soliden Ermittlungsstand aufzubauen." Priorität habe nun zunächst die Ermittlungsarbeit.

    "Dieser Anschlag galt unserer freiheitlichen Art zu leben und trifft uns tief", sagte Lindholz. "Mein aufrechtes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünsche ich vollständige und schnelle Genesung."

  • 2/20/20 11:30 AM
    Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert über die Gewalttat. Auch wenn es noch keine abschließende Klarheit gebe, weise derzeit alles darauf hin, dass der Täter aus rechtsextremen, rassistischen Motiven gehandelt habe, sagt sie.
  • 2/20/20 11:28 AM
    Hanauer Karnevalisten reagieren: Der Faschingsumzug am Samstag wird abgesagt. Das teilte der Hanauer Carnevalszug Verein (HCV) auf seiner Facebook-Seite mit: "Wir drücken hiermit den Hinterbliebenen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl aus!" Die Stadt Hanau bestätigte die Absage.

  • 2/20/20 11:16 AM
    Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sind auf dem Weg nach Hanau. Dort wollten sie sich nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium über den Stand der Ermittlungen informieren.
  • 2/20/20 11:16 AM
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte nach den Schüssen von Hanau: "Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Sie sind nicht allein. Ich bin überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt."
  • 2/20/20 11:07 AM
    Eintracht Frankfurt mit Trauerflor: Zudem werde es vor der Europa-League-Partie gegen RB Salzburg vor dem Anpfiff in der Commerzbank-Arena eine Schweigeminute geben, teilte der Fußball-Bundesligist mit. Dies geschehe "in Gedenken an die Betroffenen und als klares Zeichen gegen jegliche Form von Rassismus und Extremismus".

    "Die schrecklichen Vorkommnisse in Hanau in der letzten Nacht sorgen für Trauer und Entsetzen im gesamten Bundesgebiet und speziell in der Rhein-Main-Region. Eintracht Frankfurt ist aufgrund dieser Vorfälle geschockt und in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer."
  • 2/20/20 10:57 AM
    "Tief erschüttert" zeigt sich der Zentralrat der Juden über die Tat. Es sei davon auszugehen, dass der Täter bewusst Menschen mit Migrationshintergrund treffen wollte, teilte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster mit . "Nach der Mordserie des NSU zieht sich wieder eine rechtsextreme Blutspur durch Deutschland: die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni vergangenen Jahres, der Anschlag in Halle an Jom Kippur und jetzt die Morde in Hanau." Es stelle sich die "besorgniserregende Frage", wie sicher Minderheiten und Menschen, die sich für sie engagieren, noch in Deutschland leben könnten.
    Die Gefahr durch den wachsenden Rechtsextremismus sei zu lange verharmlost und vernachlässigt worden. "Es ist überfällig, dass alle demokratischen Kräfte zusammenstehen, um die Bedrohung durch den Rechtsextremismus und weiterhin auch durch islamistischen Terror einzudämmen."
  • 2/20/20 10:52 AM
    "Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen" - Olaf Scholz fordert auf Twitter einen konsequenten "Kampf gegen rechten Terror".
  • 2/20/20 10:47 AM
    Frankreichs Prädident Emmanuel Macron äußert "große Trauer". Er sei in Gedanken bei den Opfern und den trauernden Familien, twittert der Präsident. "Ich stehe an der Seite von Kanzlerin Merkel in diesem Kampf für unsere Werte und den Schutz unserer Demokratien."
  • 2/20/20 10:37 AM
    Im hessischen Hanau sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt, der mutmaßliche Täter hat ein Bekennerschreiben und ein Video hinterlassen. Lesen Sie hier alle Entwicklungen und Reaktionen in Echtzeit.
  • 2/20/20 10:35 AM
    Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, fordert gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einen entschlosseneren Kampf des Staates gegen den Rechtsextremismus. "Rechtsextremisten bringen gezielt Menschen mit Migrationshintergrund um", sagte Toprak. Migrantenorganisationen würden seit Jahren auf diese Gefahr hinweisen. "Der Staat muss zeigen, dass er wehrhaft ist. Und die Polizei muss entschlossen gegen Rechtsextremisten vorgehen."
    Unter den Opfern der Bluttat von Hanau sind nach Angaben des größten kurdischen Dachverbands in Deutschland mehrere Menschen kurdischer Herkunft. Das teilte die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland mit.
  • 2/20/20 10:34 AM
    Nach SPIEGEL-Informationen war R. bei der örtlichen Kreisverwaltung als Sportschütze registriert und besaß legal mehrere Pistolen, darunter Waffen des Kalibers 9 Millimeter. Noch im vergangenen Jahr sei er von den Behörden routinemäßig kontrolliert worden – es seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.
  • 2/20/20 10:33 AM
    Die türkische Regierung hat die Tat verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. "Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären", schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, auf Twitter.

    Er sprach von einem "rassistischen Angriff", bei dem "unsere Bürger", ums Leben gekommen seien.
  • 2/20/20 10:15 AM
    Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt für den Mittag eine Stellungnahme an.
  • 2/20/20 10:12 AM
    Das Kölner Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker haben mit einem Schweigemoment der Opfer von Hanau gedacht. Im Historischen Rathaus hielten die Karnevalisten inne, bevor sie anschließend um 11.11 Uhr den Straßenkarneval offiziell eröffnen wollten.
  • 2/20/20 10:10 AM
    Bundesaußenminister Heiko Maas reagierte auf Twitter ebenfalls auf den Anschlag und bekundete den Opfern und Angehörigen seine Anteilnahme. "Wenn sich der Verdacht erhärtet, ist die grauenhafte Tat in Hanau der dritte rechtsextreme Mordanschlag in Deutschland in einem Jahr. Rechtsterrorismus ist wieder zu einer Gefahr für unser Land geworden. Da gibt es rein gar nichts zu relativieren", schrieb er weiter.
  • 2/20/20 10:01 AM
    Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund.
  • 2/20/20 9:54 AM
    "Wir müssen ein Zeichen setzen. Gegen den rechten Terror, gegen den rechten Hass, gegen Faschismus": Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil rief zur Teilnahme an der Kundgebung am Brandenburger Tor auf.
  • 2/20/20 9:46 AM
    Auch in Berlin wollen die Menschen auf die Straße gehen: "Heute um 18 Uhr Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor", schrieb die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) auf Twitter.
  • 2/20/20 9:42 AM
    Auch die Bundesanwaltschaft sieht "Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Motivation". Ob dies tatsächlich der Hintergrund der Tat ist, ist unklar. Der mutmaßliche Schütze Tobias R. hat ein Bekennerschreiben veröffentlicht. In Videos teilt er zudem Verschwörungstheorien. Er spricht von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner", darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen". In einem knapp einstündigen Video behauptete er, Deutschland werde von einem Geheimdienst mit weitreichenden Fähigkeiten gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei.
  • 2/20/20 9:41 AM
    In Hanau soll am Abend eine Mahnwache für die Opfer des Verbrechens stattfinden. Dazu habe Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD)aufgerufen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Gedenkveranstaltung soll am Abend um 18 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Gleichzeitig kündigte der Deutsche Gewerkschaftsbund eine Kundgebung zur selben Zeit an der Frankfurter Paulskirche an.
  • 2/20/20 9:39 AM
    Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen aus Hanau. Er sei ebenso wie seine 72 Jahre alte Mutter tot in seiner Wohnung gefunden worden, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth. "Nach unseren jetzigen Erkenntnissen ist ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben", sagte der CDU-Politiker.
  • 2/20/20 8:25 AM
    Zu Beginn des Karnevals soll es heute eine Schweigeminute für die Opfer von Hanau geben. Diese solle beim Empfang des Dreigestirns bei der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker stattfinden, sagte eine Sprecher des Kölner Festkomitees der Nachrichtenagentur dpa zufolge. Das Dreigestirn trifft die Oberbürgermeisterin um 10 Uhr im historischen Rathaus, bevor um 11.11 Uhr der Kölner Straßenkarneval beginnt. "Im Karneval liegen stille Momente und überschäumende Freude oft nah beieinander", sagte der Sprecher des Festkomitees. Zu Altweiber werden Hunderttausende Feiernde in Köln erwartet.
  • 2/20/20 8:20 AM
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wegen der Gewalttaten von Hanau ihre Reise zu einer Veranstaltung in Halle abgesagt. "Die Bundeskanzlerin lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert.
  • 2/20/20 8:17 AM
    Die Bundesregierung hat bestürzt auf den Anschlag reagiert. "Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert. "Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern." Seibert äußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.
  • 2/20/20 8:15 AM
    Insgesamt elf Menschen sind tot. Bei Angriffen auf eine Shisha-Bar und einen Kiosk wurden nach Polizeiangaben am Mittwochabend neun Menschen erschossen. Später sei der mutmaßliche Täter tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Auch eine zweite Leiche wurde dort entdeckt. Zu den Hintergründen und dem Motiv liegen der Polizei zufolge noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.
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