Zwischenfall auf dem Airport Flugbetrieb in Hannover wieder aufgenommen

Nach einem Zwischenfall auf dem Flughafen Hannover war der Betrieb für mehrere Stunden ausgesetzt: Ein Autofahrer hatte eine Absperrung durchbrochen und war auf die Landebahn gefahren. Jetzt starten und landen die Maschinen wieder.

Bundespolizist auf dem Flughafen Hannover
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Bundespolizist auf dem Flughafen Hannover


Aufregung in Hannover: Auf dem Flughafen, den viele deutsche Urlauber als Startpunkt ihres Urlaubs kennen, war es am Samstagnachmittag zu einem Zwischenfall gekommen. Ein junger Mann hatte mit seinem Auto die Absperrung des Flugfelds durchbrochen und war auf einer Piste einem landenden Flugzeug hinterhergerast. Der Flugbetrieb war anschließend für mehrere Stunden eingestellt worden. Jetzt dürfen Flugzeuge in Hannover wieder starten und landen.

"So einen Vorfall hat es in der gesamten Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben", sagte der Geschäftsführer Airports, Raoul Hille. Der Mann hat nach ersten Erkenntnissen gegen 15.30 Uhr ein Tor zum Vorfeld durchbrochen. "Wie, wird noch zu klären sein", sagte der Sprecher weiter. Dort hat der Mann demnach versucht, einem landenden Flugzeug der griechischen Airline Aegean zu folgen. Er sei dann von Streifenwagen aufgehalten und in Gewahrsam genommen worden. Der Aegean-Jet blieb unbeschädigt.

Der Flughafen stellte nach dem Zwischenfall zunächst den Flugbetrieb völlig ein. Betroffen waren davon mindestens 13 Starts und 21 Landungen, die sich verzögerten oder deren Jets umgeleitet wurden. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden solle, war zunächst noch unklar. Der Check-in lief am Abend aber wieder an.

Flughafen Hannover am Samstagnachmittag
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Flughafen Hannover am Samstagnachmittag

Was genau am Nachmittag passiert ist, wissen die ungeduldig wartenden Reisenden in Terminal B lange nicht. Überall bilden sich Schlangen an den Check-ins. Auch am frühen Abend steht das Tatfahrzeug, ein silberner BMW, noch im nördlichen Bereich des Flughafens in der Nähe des Towers auf dem Vorfeld. Sprengstoffexperten und andere Einsatzkräfte untersuchen den Wagen bis ins kleinste Detail. Eine Routinemaßnahme, wie die Polizei verlauten lässt.

Klar ist am Abend zumindest: Der Fahrer des BMWs stand unter Drogen. Schnelltests auf Kokain und Amphetamin fielen positiv aus. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es nicht. Vermutungen über ein Motiv für die Tat aber auch nicht.

Rollfeld des Flughafens Hannover
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Rollfeld des Flughafens Hannover

Bundespolizeisprecher Jörg Ristow sagt, es müsse noch geklärt werden, wie es dem Mann gelang, das Tor im Zaun zu durchbrechen. Die Beamten vermuten, dass es sich um einen Einzeltäter handelt, nichts deutet auf Komplizen hin. Die Identität des Mannes prüfen die Ermittler noch - es handle sich um einen Europäer, etwa Mitte 20. Papiere habe er nicht dabei gehabt. Auch Waffen nicht. Das Auto hatte ein polnisches Kennzeichen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass der Mann kein Pole sei.

"Die Sicherheitsstandards haben gegriffen", sagt Ristow kurz vor 20 Uhr, als sich die Lage wieder entspannt. Eine Vorfeld-Streife der Bundespolizei habe den Zwischenfall sofort bemerkt, umgehend Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und den Mann überwältigt. "Der Flugbetrieb soll demnächst wieder losgehen", gibt Flughafensprecher Sönke Jacobsen bekannt. Trotzdem dürfte er noch länger beeinträchtigt sein: Viele Jets wurden wegen des Vorfalls zu andern Flughäfen umgeleitet.

mhe/dpa

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