Happy Feet auf freiem Fuß Mit dem Hintern voran in die Freiheit

Das Schicksal des verirrten Pinguins Happy Feet rührte Zehntausende. Nach Wochen des Aufpäppelns in Neuseeland ist der Vogel nun wieder in seinem Element - und verabschiedete sich mit einem unbeholfenen Rückwärtsplatscher in den Ozean. Ob er seine Heimat, die Antarktis, erreicht, verrät ein Mikrochip.

Getty Images/ NIWA

Wellington - Erst brauchte er einen kleinen Schubs, dann rutschte er doch die Rampe runter, mit dem Hintern voran, tauchte ab und ward nicht mehr gesehen. Ein Forschungsschiff hat den inzwischen weltberühmten Pinguin Happy Feet am Sonntag in der Nähe der Campbell-Inseln in die Freiheit entlassen. Er schwimmt nun zurück in seine Heimat, die Antarktis - wenn er sich nicht wieder verirrt.

So geschehen im Juni: Da tauchte Happy Feet, damals noch ein namenloser Kaiserpinguin, überraschend am Strand von Neuseeland auf, rund 3000 Kilometer entfernt von der Antarktis.

"Er ist ein junger Vogel, der draußen schwamm, auf Futtersuche war und getan hat, was Pinguine eben so tun. Er ist einfach irgendwo falsch abgebogen," sagte damals Lauren DuBois vom Meerestierpark SeaWorld in San Diego. Zuletzt tauchte vor 44 Jahren ein solcher Pinguin an der neuseeländischen Küste auf.

Zunächst wollten die Behörden abwarten. Schließlich wirkte der Pinguin anfangs noch fit und munter. Doch dann schluckte er Sand - vermutlich wollte er sich abkühlen, in der Antarktis funktioniert das schließlich auch. Allerdings liegt dort Schnee auf dem Boden und kein Sand. Er wurde immer apathischer, und schließlich griffen die Helfer doch ein. Der öffentliche Druck wurde zu groß.

Seinen Fans bleibt Happy Feet erhalten

Inzwischen war aus dem Kaiserpinguin längst der berühmte Happy Feet geworden, benannt nach dem gleichnamigen Zeichentrickfilm (2006) über den steppenden Pinguin "Mumble".

Unter Narkose spülten die Helfer mehrfach den Magen des Vogel aus. In einem kleinen Raum im Zoo Wellington füllten sie ihm ein Bett mit viel Eis, damit ihm nicht zu warm wird, er bekam Fisch-Shakes und nahm vier Kilo zu. Mit seinen 27,5 Kilogramm sollte er die anstrengende Reise überstehen, 2000 Kilometer hat er jetzt noch vor sich.

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wenn ein Patient endlich freigelassen wird", sagte Lisa Argilla, die Tierärztin des Zoos, die Happy Feet behandelt hatte. Sie transportierten ihn auf dem Forschungsschiff in einer mit Eis gekühlten Kiste, sechs Tage dauerte die Fahrt.

"Happy Feet brauchte ein bisschen sanften Druck, um den Käfig zu verlassen", teilte die Tierärztin mit. "Er ist dann die eigens konzipierte Pinguinrutsche rückwärts ins Wasser gerutscht, aber als er erst mal im Wasser war, ist er sofort abgetaucht."

Seinen Fans dürfte Happy Feet trotzdem noch ein bisschen erhalten bleiben. Denn die Tierärzte statteten ihn mit einem Mikrochip aus. Damit verfolgen sie seine Reise und posten seine Fortschritte im Internet.

fln/AFP/dapd/dpa/AP

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
christiane006, 04.09.2011
1. finde ich nicht gut.
Zitat von sysopDas Schicksal des verirrten Pinguins "Happy Feet" rührte Zehntausende. Nach Wochen des Aufpäppelns in Neuseeland ist der Vogel nun wieder in seinem Element - und verabschiedete sich mit einem unbeholfenen*Rückwärtsplatscher in den Ozean. Ob er seine Heimat Antarktis erreicht, verrät ein Mikrochip. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,784264,00.html
ich finde diese ganze Aktion sehr fragwürdig. Für einen einzelnen Vogel werden Unsummen an Geld ausgegeben, dass sollte man lieber kranken Kindern zur Verfügung stellen. Es wäre auch in Ordnung gewesen, wenn das Tier in einem Zoo in NZL sein Leben weitergeführt hätte.
Gertrud Stamm-Holz 04.09.2011
2. p
Zitat von christiane006ich finde diese ganze Aktion sehr fragwürdig. Für einen einzelnen Vogel werden Unsummen an Geld ausgegeben, dass sollte man lieber kranken Kindern zur Verfügung stellen. Es wäre auch in Ordnung gewesen, wenn das Tier in einem Zoo in NZL sein Leben weitergeführt hätte.
Und? Haben Sie heute schon für kranke Kinder gespendet? Oder waren sonst irgendwie hilfreich in der Beziehung? Nur wegen einigem Aufwand an Tierschutz wird nicht gleich der komplette Kinderschutz zusammenbrechen und auch nicht drunter leiden, wenn Privatspenden für den Pinguin geleistet werden.
christiane006, 04.09.2011
3. war wohl nichts.
Zitat von Gertrud Stamm-HolzUnd? Haben Sie heute schon für kranke Kinder gespendet? Oder waren sonst irgendwie hilfreich in der Beziehung? Nur wegen einigem Aufwand an Tierschutz wird nicht gleich der komplette Kinderschutz zusammenbrechen und auch nicht drunter leiden, wenn Privatspenden für den Pinguin geleistet werden.
wie oft ich für irgendetwas spende, steht hier nicht zur Debatte. Ich versichere Ihnen, dass ich spezielle Organisationen regelmäßig unterstütze. Besonders 2 Organisationen bevorzuge ich dabei: Eine Obdachlosenhilfe und eine Kinderorganisation. Nur zu ihrer Beruhigung. Hier geht es schlicht um die Verhältnismäßigkeit und diese Aktion ist überzogen.
pseudokater 04.09.2011
4. titelzwang
Zitat von christiane006wie oft ich für irgendetwas spende, steht hier nicht zur Debatte. Ich versichere Ihnen, dass ich spezielle Organisationen regelmäßig unterstütze. Besonders 2 Organisationen bevorzuge ich dabei: Eine Obdachlosenhilfe und eine Kinderorganisation. Nur zu ihrer Beruhigung. Hier geht es schlicht um die Verhältnismäßigkeit und diese Aktion ist überzogen.
Manchmal sind auch überzogene Aktionen notwendig. Dieses dienen dann meist als eine Art Ansporn oder Motivator an andere, auch ihren Beitrag zur Weltverbesserung zu leisten. Oder sie sollen auf Mißstände hinweisen.
Visitor 04.09.2011
5. ???
Zitat von christiane006wie oft ich für irgendetwas spende, steht hier nicht zur Debatte. Ich versichere Ihnen, dass ich spezielle Organisationen regelmäßig unterstütze. Besonders 2 Organisationen bevorzuge ich dabei: Eine Obdachlosenhilfe und eine Kinderorganisation. Nur zu ihrer Beruhigung. Hier geht es schlicht um die Verhältnismäßigkeit und diese Aktion ist überzogen.
Das dürfen Sie sehen wie sie wollen. Wenn Sie wünschen das Ihr Spendenverhalten nicht zur Debatte steht warum stellen Sie es dann von anderen zur selbigen?
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