Harte Strafe 14-jähriger Kölner für eineinhalb Jahre in US-Knast

Ein Kölner Amtsgericht schickte einen 14-jährigen Deutschen in ein US-Gefängnis. Die Unterbringung dort sei billiger.

Köln - Das Amtsgericht hat die umstrittene Verurteilung des jugendlichen Serientäters verteidigt. In Deutschland sei kein Heim bereit gewesen, den 14-Jährigen aufzunehmen, sagte der zuständige Amtsrichter Ottmar Schmering. Der eineinhalbjährige Aufenthalt in den USA sei zudem billiger als die Unterbringung in einem deutschen Heim oder Gefängnis.

Die Mutter des Jugendlichen, auf dessen Konto 150 Straftaten gehen, habe zugestimmt. Es sei der 40. Fall, dass ein Jugendlicher aus Deutschland in die Besserungsanstalt Glen Mills im Bundesstaat Pennsylvania gebracht worden sei. "Wenn er gegen die Regeln verstößt, ist seine Zeit dort vorbei", sagte der Richter.

Der aus Köln stammende Jugendliche war im Sommer vergangenen Jahres zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zuvor hatte der 14-Jährige fünfeinhalb Monate in Untersuchungshaft gesessen. Die Glen Mills Schools wurden 1826 gegründet. Es ist die älteste Einrichtung für straffällige Jugendliche in den USA. Das Gelände liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Philadelphia. Die rund 1000 Schüler sind zwischen 15 und 18 Jahren alt. Die Einrichtung setzt auf eine Art sozialverantwortliche Selbstverwaltung der Schüler, die Führungsqualitäten fördern soll. Fast 70 Prozent der Absolventen werden nach der Zeit in Glen Mills nicht mehr straffällig.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.