Kohlenmonoxid-Alarm in Nordrhein-Westfalen Feuerwehr rettet 300 Besucher aus Swingerclub

Großeinsatz in einem Swingerclub im nordrhein-westfälischen Hattingen: Nachdem bei einer Party zwei Menschen zusammengebrochen waren, evakuierte die Feuerwehr das ganze Gebäude. Es gab einen gefährlichen Verdacht.

Rettungskräfte evakuierten den Swingerclub in Hattingen
DPA

Rettungskräfte evakuierten den Swingerclub in Hattingen


160 Rettungskräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, die Kriminalpolizei sichtete die Räume: Bei einer Party in einem Swingerclub in Nordrhein-Westfalen sind am Samstagabend zwei Menschen kollabiert. Eine Person sei nicht ansprechbar gewesen, teilte die Feuerwehr mit. Zudem habe das Kohlenmonoxid-Warngerät der Rettungskräfte Alarm geschlagen. Rund 300 Gäste des Etablissements seien daraufhin in Sicherheit gebracht worden.

Viele der Partygäste kamen in Linienbussen unter, wo sie von Notärzten und Sanitätern untersucht wurden. Acht weitere Gäste sowie eine Mitarbeiterin des Rettungsdienstes klagten über Unwohlsein und mussten medizinisch behandelt werden.

"Es gab mehrere Anzeichen, die auf einen Sachverhalt wie Kohlenmonoxid hingewiesen haben", sagte der Hattinger Feuerwehrsprecher Jens Herkströter laut der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Deshalb war das oberste Gebot, die Leute aus dem Gebäude rauszuholen." Doch noch am späten Abend sprach die Feuerwehr dem Bericht nach von einem unklaren Lagebild. "Es gab keine Explosion, kein Feuer", habe es aus der Leitstelle der Feuerwehr geheißen.

Nach der Evakuierung wurde das Gebäude durch Feuerwehrleute, den Bezirksschornsteinfeger und Mitarbeiter des Gasversorgers kontrolliert - alle Messungen waren negativ. Es sei kein Kohlenmonoxid mehr in der Luft festgestellt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Damit gilt der Auslöser des Vorfalls - so berichtet es auch der WDR - als unklar, auch wenn die Symptome der Verletzten zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung passen könnten. Ob Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen werden, wird nach Angaben eines Polizeisprechers am Montag entschieden.

Die Gäste durften schließlich noch einmal ins Gebäude, um ihre Sachen zu holen. "Die Party wurde aber nicht fortgesetzt", berichtete die Feuerwehr. "Viele Gäste zeigten trotz der etwas unglücklichen Situation durchaus Verständnis für die Arbeit der Einsatzkräfte."

Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist

Bei Kohlenmonoxid (CO) handelt es sich um ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Das macht es zu einer besonders tückischen Gefahr: Strömt es aus, kann man es - anders als Rauch - nicht sehen oder riechen. Aus diesem Grund wird es auch als silent killer bezeichnet.

Bei einer Vergiftung kommt es zu einem massiven Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration unter anderem Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Apathie, Atemnot und schlimmstenfalls der Tod.

jus/dpa

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