Havarierte "Concordia" Taucher stellen Suche im Inneren des Wracks ein

15 Menschen sind noch verschollen, doch die Hoffnung auf eine Bergung der Toten schwindet: Nun haben die Einsatzkräfte die Suche nach Passagieren der "Costa Concordia" im Inneren des Wracks eingestellt. Die Gefahr für die Taucher sei zu groß, teilte die Feuerwehr mit.

REUTERS / Vigili del Fuoco

Hamburg - Die Suche nach Vermissten im Wrack der "Costa Concordia" ist in dem Schiffsteil, der unter Wasser liegt, endgültig eingestellt worden. Die Suchaktionen im Inneren des Kreuzfahrtriesen würden aus Sorge um die Sicherheit der Taucher beendet, sagte ein Sprecher der italienischen Feuerwehr.

In den vergangenen Tagen mussten die Einsätze immer wieder unterbrochen werden, weil sich das Wrack im Wasser bewegte. Der Zivilschutz informierte nach eigenen Angaben die betroffenen Familien und Botschaften über die Entscheidung. Mindestens 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche.

Die Einsatzkräfte sollen laut Feuerwehr aber weiterhin aus dem Wasser ragende Schiffsbereiche sowie die unmittelbare Umgebung des Wracks nach Leichen absuchen.

Aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff wurden bisher 17 Tote geborgen. Wie das Auswärtige Amt bestätigte, ist inzwischen ein sechstes deutsches Todesopfer identifiziert worden. Laut Polizei handelt es sich um eine 66-Jährige aus Baden-Württemberg.

Priorität hat nun das Abpumpen der etwa 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Insel Giglio zu verseuchen drohen. Niederländische Spezialisten wollen so schnell wie möglich mit dem Abpumpen beginnen, doch bereits die Vorbereitungen gestalteten sich wegen des hohen Wellengangs schwierig.

Die 290 Meter lange "Costa Concordia" rammte am 13. Januar nach einer Kursänderung des Kapitäns Francesco Schettino einen Felsen vor der italienischen Insel Giglio und kenterte. Schettino und in zunehmenden Maße auch die Reederei stehen seitdem in der Kritik. Passagiere berichteten von chaotischen Zuständen bei der Evakuierung, die zudem viel zu spät angeordnet wurde.

"Schettino schien erschüttert und nicht mehr ganz klar"

Der Kapitän muss sich wegen fahrlässiger Tötung, Schiffbruchs und vorzeitigen Verlassen des Schiffs vor Gericht verantworten. Am Dienstag stellten einige Passagiere der "Costa Concordia" in der Staatsanwaltschaft Grosseto einen Antrag, wonach geprüft werden soll, ob auch gegen die Manager der Reederei ermittelt werden kann.

Am Dienstag bestätigte ein Offizier des Kreuzfahrtschiffs die inzwischen zahlreichen Berichte, wonach sich der Kapitän der "Costa Concordia" während der Katastrophe inkompetent und nicht standesgemäß verhalten habe. "Ich weiß nur, dass die gesamte Besatzung schon auf den Decks neben den Rettungsbooten stand, seit einer halben Stunde bereit zur Evakuierung, als endlich das Signal gegeben wurde", sagte Kapitänleutnant Gianluca Marino Cosentino der Zeitung "Il Mattino". Die Stimme, die dann endlich den Befehl zum Verlassen des Schiffes gab, habe "zu 90 Prozent" nicht Francesco Schettino gehört, so der Offizier.

Seine Rettung kann Cosentino bis heute kaum fassen: "Es war ein Wunder. Wir haben nur durch ein Wunder überlebt. Alle 4000 hätten tot sein können. Es fehlten zehn Meter." Cosentino arbeitete als Schiffsarzt auf der "Costa Concordia" und sagte im Rückblick: "Schettino schien erschüttert und nicht mehr ganz klar." Der Kapitän habe seine Funktion nicht im Geringsten erfüllt. "Es gab keine Koordination der Rettungsmaßnahmen von seiner Seite." Besonders überrascht habe ihn, dass er Schettino gegen 0.30 Uhr in Zivil auf der Mole habe stehen sehen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich vermutlich noch 200 bis 300 Passagiere an Bord.

Er selbst sei gegen 23.20 Uhr an Land gegangen, so Cosentino weiter. "Aber ich bin nicht dort geblieben. Nachdem ich die Insassen des Rettungsbootes 19 an Land gebracht hatte, (…) bin ich in ein anderes Rettungsboot gestiegen und zurück gefahren, um zu helfen, wo es nötig war." Gemeinsam mit einem anderen Offizier habe er ein Paar, das in Panik ins Wasser gesprungen war, aus den Fluten gezogen und an Land gebracht. Alle hätten nach dem Kapitän gesucht, um weitere Befehle zu empfangen.

hut/ala/dpa/AFP/dapd

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Seite 1
Sapientia 31.01.2012
1. Wer hat denn diesen Schwachsinn geschrieben?
Zitat von sysop15 Menschen sind noch verschollen, doch die Hoffnung auf eine Bergung der Toten schwindet: Nun haben die Einsatzkräfte die Suche nach Passagieren der "Costa Concordia" im Inneren des Wracks eingestellt. Die Gefahr für die Taucher sei zu groß, teilte die Feuerwehr mit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,812498,00.html
Die Zusammenhänge stimmen ja hinten und vorne nicht.
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