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20. Mai 2018, 22:39 Uhr

Vulkanausbruch auf Big Island

Hawaiis Arche Noah

Etliche Menschen ließen nach dem Ausbruch des Kilauea ihre Haustiere zurück. Aktivisten wagen sich in Hawaiis Gefahrenzone vor, um die Tiere vor der Lava zu retten.

Hunderte Menschen haben seit dem Vulkanausbruch auf Hawaii ihre Häuser verlassen müssen - viele ließen dabei ihre Haustiere zurück. Freiwillige haben es sich seither zur Aufgabe gemacht, die Tiere in Sicherheit zu bringen. Hunde und Katzen, aber auch Kühe, Pferde, Schweine oder Ziegen brachten die Tierschützer in die Notunterkünfte zu ihren Besitzern.

"Es geht hier zu wie auf einer verrückten Farm", sagt Burgandy Singleton, eine Freiwillige der Hawaii Humane Society, die in einer Unterkunft des Roten Kreuzes in Pahoa aushilft. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer östlich des Vulkans Kilauea. "Wir haben hier alles mögliche untergebracht, von kleinsten Kreaturen bis zu riesengroßen Tieren." Wie auf der richtigen Arche Noah eben.

Probleme gebe es so gut wie keine, so Singleton. Einige der Bewohner würden draußen mit ihren Hunden zelten. So fühlten sich die Tiere schon wieder fast wie zu Hause. Der Vulkanausbruch sei für Tiere ebenso stressig wie für Menschen.

Lava-Spalten öffneten sich plötzlich im Boden

Pauline McLaren und ihr Ehemann Eddie gehören zu den Tierbesitzern, die draußen kampieren. Sie ließen ihren Hof in Kapoho am 12. Mai zurück, als sich ganz in der Nähe plötzlich Spalten im Boden öffneten und Lava herausfloss. Wegen ihrer fünf Hunde schlugen sie die Einladung aus, bei Freunden unterzukommen. "Es ist so viel Aufwand", sagt McLaren. "Fünf Hunde sind wirklich hart."

Bei den Tierrettungsaktionen fahren die Freiwilligen meist mit den Tierbesitzern in die verlassenen Gebiete rund um den Ausbruch. Mit Futter und Wasser und der vertrauten Stimme des Besitzers versuchen sie, die Tiere anzulocken. Inmitten von Lava-Strömen und rissigen Böden nicht immer ein leichtes Spiel.

Schafe zwischen Zaun und Lava gefangen

Vergangene Woche habe sie geholfen, vier Schafe und eine Ziege zu retten, sagt Singleton. "Die Lava lief direkt hinter ihnen entlang, und sie waren hinter dem Zaun gefangen." Bevor sie das letzte Schaf retten konnten, habe sich der Rettungstrupp zurückziehen müssen. Nicht aber ohne vorher das Tor im Zaun zu öffnen, um dem Tier die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu retten.

Die Nutztiere seien noch nervöser als die Haustiere, so Singleton. "Die Erdbeben, die Lava, der Rauch und die Helikopter - sie sind einfach verschreckt."

"Das Einzige, was sie noch mit ihrem Zuhause verbindet"

Glücklicherweise sei die Hilfe aus der Nachbarschaft überwältigend gewesen. Das kann auch Pam Minzuno vom Pana'ewa Rainforest Zoo and Gardens bestätigen. Der Zoo hat einige der größeren Tiere wie Pferde oder Rinder aufgenommen. "Heute allein hatten wir eine Spende über drei Paletten Klee für die Pferde", sagt sie. "Das hilft enorm."

Singleton ist davon überzeugt, dass es auch für die Menschen wichtig ist, ihre Haustiere bei sich zu haben. "Einige haben ihren gesamten Besitz verloren, außer diesen Hund oder diese Katze. Es ist das Einzige, was sie noch mit ihrem Zuhause verbindet, das Einzige, was sie noch beieinander hält."

ans/Reuters

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