Heftige Schneefälle Spätwinter sorgt für Verkehrschaos

Gesperrte Straßen, quer stehende Autos, zahlreiche Unfälle: Schnee und Glätte haben in vielen Teilen Deutschlands für Chaos auf den Straßen gesorgt. Im Kreis Bautzen stürzte das Dach eines Baumarktes ein.


Hamburg - Seit Tagen werden Warnmeldungen veröffentlicht, seit Tagen sorgt der verspätete Wintereinbruch für chaotische Zustände auf den Straßen - und dennoch wurden wieder zahlreiche Autofahrer vom kalten Wetter überrumpelt. Viele Autofahrer seien von den verschneiten und teils überfrorenen Straßen überrascht worden, sagte ein Polizeisprecher. Ein Teil der Kraftfahrer sei bereits mit Sommerreifen unterwegs.

In Bayern mussten wegen Unfällen oder starken Schneefalls mehrere Bundesstraßen zeitweise gesperrt werden. Besonders betroffen waren die Straßen und Autobahnen in Mittelfranken, in Oberbayern und im Allgäu.

In Hessen haben Schneefälle seit Dienstagabend auf den Straßen zu teilweise chaotischen Verhältnissen geführt. Auf der B7 im Kreis Kassel wurde ein 46-jähriger Mann schwer verletzt, als er mit seinem Wagen auf winterlicher Straße ins Schleudern geriet und in einen entgegenkommenden Wagen krachte. Auf der A3 und der A45 kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschäden und langen Staus.

Auf der A3 hatten sich Lkw quer gestellt, ein Lastwagen war in die Mittelleitplanke geschleudert. In Richtung Köln staute sich der Verkehr auf acht Kilometern Länge. Einen noch längeren Stau meldete die Polizei von der A45. Dort war es in der Nacht zwischen Herborn und Haiger/Burbach wegen Straßenglätte zu mehreren Unfällen gekommen. In der Folge bildete sich eine rund 16 Kilometer lange Fahrzeugschlange.

Kälte im Norden

Eis und Schnee haben auch in Teilen Norddeutschlands den Verkehr stark behindert. In Mecklenburg-Vorpommern kam laut Polizei auf glatter Fahrbahn ein 23-jähriger Autofahrer ums Leben. Er hatte im Landkreis Uecker-Randow mit seinem Fahrzeug eine Leitplanke durchbrochen und war gegen einen Baum geprallt. Insgesamt kam es in der Nacht allein in Mecklenburg-Vorpommern zu rund 100 Unfällen.

Auch in Hamburg ereigneten sich laut Polizei auf teilweise eisglatten Straßen zahlreiche Unfälle, die allerdings größtenteils glimpflich abliefen. Im Berufsverkehr mussten die Autofahrer viel Geduld aufbringen. Lastwagen konnten die Köhlbrandbrücke wegen der Glätte nicht befahren, wie ein Polizeisprecher berichtete.

In Schleswig-Holstein hatten die Autofahrer ebenfalls mit oft eisglatten Straßen zu kämpfen. Vor allem im Bereich von Flensburg und Schleswig ereigneten sich mehrere Unfälle.

Dach eines Baumarktes eingestürzt

Im sächsischen Bischofswerda ist das Dach eines Baumarktes eingestürzt. Verletzt wurde niemand, da sich der Vorfall nach Ladenschluss ereignete. Die Ursache sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Der Betreiber hält es nach Angaben der Beamten für möglich, dass Wasser vom Flachdach nicht abgelaufen und gefroren war. Auf dem Dach habe zwar auch Schnee gelegen, aber keine großen Massen, berichtete die Polizei.

Gegen 21.45 Uhr wurde Einbruchsalarm ausgelöst, als die Hälfte des etwa 20 mal 20 Meter großen Dachs in die Futtermittelabteilung herabstürzte. Nach einer ersten Schätzung ging die Polizei von einem Sachschaden von mindestens 50.000 Euro aus. Für Ermittlungen gebe es keinen Anlass, erklärten die Beamten.

han/AP/ddp



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