Heidenheim Bluttat vor der Disko

Grausames Ende eines Disko-Abends. Im Baden-Württembergischen Heidenheim starben in der vergangenen Nacht drei Jugendliche nach einer Messerstecherei.


Heidenheim: Jugendliche legen Blumen vor der Disko ab
DPA

Heidenheim: Jugendliche legen Blumen vor der Disko ab

Heidenheim - Der tödliche Streit vor der Disko "K2" in Heidenheim begann am Freitagabend gegen 23.30 Uhr. Dem ermittelnden Oberstaatsanwalt zufolge pöbelten sich die Jugendlichen wegen "relativer Nichtigkeiten" an, was vermutlich zu einer Rauferei geführt habe. Ohne Vorwarnung stach der Täter, ein 17-jähriger Schüler, mit einer 20 Zentimeter langen Klinge den drei Jugendlichen gezielt in die Herzgegend. Der Täter flüchtete zu Fuß. Die Polizei hatte später telefonischen Kontakt mit ihm.

Wie viele Stiche die Opfer erlitten, ist noch ungeklärt. "Die Opfer hatten keine Chance", so Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Der Türsteher der Diskothek hatte die Tat beobachtet, aber offenbar nicht eingreifen können. Zwei der Opfer, ein 15-Jähriger und ein 16-Jähriger, starben noch am Tatort, ein 17-Jähriger erlag in einer Klinik seinen Verletzungen. Die Leichen der drei getöteten Spätaussiedler sollen obduziert werden. Der Täter stellte sich am Samstagmittag der Polizei.

Das Motiv des Täters, gegen den ein Richter Haftbefehl erließ, ist noch unklar. Der Täter gehört Polizeiangaben zufolge zur rechtsradikalen Szene der Stadt. Stephan sagte, der 17-Jährige sei bereits wegen gefährlicher Körperverletzung am 3. Oktober der Polizei bekannt. Damals habe er jemanden mit einer Flasche geschlagen.

Vor der Diskothek wurden am Samstag Rosen zum Gedenken an die Opfer abgelegt. Bewohner von Heidenheim zeigten sich bestürzt und betroffen über das Verbrechen.



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