Heimkehr nach 17 Jahren Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Vor 17 Jahren gab die Familie des Vietnamesen Nguyen Van Binh die Hoffnung auf. Der Sohn, Ehemann und Vater von zwei Kindern, der im Kambodscha-Krieg verwundet worden war, wurde für tot erklärt. Jetzt ist er wieder da.


Hanoi - Der heute 48-Jährige nahm Ende der siebziger Jahre an der vietnamesischen Invasion in Kambodscha teil und litt wegen einer Kopfverletzung an Gedächtnisverlust, erklärte ein Regierungsbeamter am Mittwoch. Anfang der achtziger Jahre verschwand Nguyen Van Binh plötzlich aus dem Krankenhaus, in dem er behandelt worden war. Zwar suchte Binhs Einheit mehrere Jahre nach ihm, doch da sich keine Spur finden ließ, wurde er schließlich für tot erklärt.

Doch das war er nicht. Binh schlug sich als Arbeiter im Süden Vietnams durch. Schließlich wurde er im August vergangenen Jahres von einer Familie in der Provinz Long An adoptiert - und mit dem Familienanschluss kamen langsam seine Erinnerungen zurück, auch der Namen seines Heimatdorfs. Dort fand er schließlich seine Frau, seine beiden Kinder und seine Mutter wieder. Sein Name soll nun von der Liste der getöteten Soldaten auf dem Kriegerfriedhof des Dorfs Kim Lan gestrichen werden, teilte der Regierungssprecher mit.



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