Helikopter-Absturz Vermutlich alle 16 Hubschrauber-Insassen tot

"Nur noch ein Bergungseinsatz": Von den 16 Insassen eines Helikopters, der am Mittwoch vor der schottischen Küste abstürzte, hat der örtlichen Polizei zufolge niemand das Unglück überlebt.


London - "Die bittere Realität ist, dass die 16 Insassen nicht mehr am Leben sind", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die acht Vermissten seien entweder im verunglückten Helikopter eingeschlossen oder ihre Körper von der Absturzstelle weggespült worden. "Nun ist es bedauerlicherweise nur noch ein Bergungseinsatz", so der Sprecher.

Im Hafen von Aberdeen werden die Leichen der Opfer abtransportiert
REUTERS

Im Hafen von Aberdeen werden die Leichen der Opfer abtransportiert

Bereits am Mittwoch hatten Rettungskräfte acht Leichen aus dem Wasser geborgen und in den Hafen von Aberdeen gebracht. Bei den Insassen handelt es sich den Angaben zufolge um 15 Briten und einen EU-Ausländer. Dessen Angehörige habe die Polizei noch nicht erreicht, hieß es. Die Küstenwache setzt nun die Suche nach den acht verbliebenen Opfern fort. Der Hubschrauber vom Typ Super Puma war von der Ölplattform "Miller" des Energiekonzerns BP gestartet. Knapp 60 Kilometer nordöstlich der schottischen Stadt Aberdeen verlor der Pilot plötzlich die Kontrolle - der Helikopter stürzte um 13.57 Uhr rund 25 Kilometer vor der Küste von Crimond ab.

Offiziellen Angaben zufolge waren die Flugbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks hervorragend. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Wetter eine Rolle bei dem Vorfall spielte", sagte eine Sprecherin der Küstenwache.

Der abgestürzte Hubschrauber gehört der Firma Bond Offshore Helicopters, die Plattformen in der Nordsee versorgt. Vor knapp zwei Monaten war ein Hubschrauber desselben Unternehmens und gleichen Typs rund 500 Meter vor einer Plattform in die See gestürzt. Alle 18 Insassen konnten damals gerettet werden. Die Gewerkschaft der Ölarbeiter verlangte, das Hubschrauber-Modell vorerst nicht mehr einzusetzen.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. "Meine Gedanken sind bei den Verwandten derer, die Angehörige bei dem Absturz verloren haben", sagte Brown am Rande des G-20-Gipfels dem Fernsehsender "Sky News". "In einem Moment wie diesem müssen wir uns der Risiken und Gefahren bewusst werden, die Menschen auf sich nehmen, um unseren Energiebedarf zu decken."

ala/ Reuters/dpa/AP



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