Initiative von Innenminister Reul Nachwuchspolizisten mit schlechten Noten müssen in NRW zur Nachhilfe

In Nordrhein-Westfalen bricht rund jeder sechste Kommissaranwärter das Studium ab. Viele Nachwuchspolizisten fallen bei den Klausuren durch. Studierende mit schlechten Noten müssen nun zur Nachhilfe.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul

Foto: Friedrich Stark/ imago images

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) macht sich Sorgen um die Leistungen angehender Polizisten. Weil der Nachwuchs seiner Meinung nach zu oft in Prüfungen durchfliegt, werden die Kommissaranwärter auf Initiative Reuls dazu verpflichtet, an Nachhilfekursen teilzunehmen.

Laut Ministerium soll die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung sogenannte Repetitorien ab Sommer 2020 anbieten, es soll Kurse in sechs Städten geben. Aus einem Schreiben der Leiterin des Referats Aus- und Fortbildung der Polizei im Ministerium geht hervor, dass die Maßnahme "ein Baustein" sei, um "der gestiegenen Anzahl an defizitären Klausurergebnissen zu begegnen". Die Nachhilfe richte sich an Studierende, die bei Prüfungen "kein ausreichendes Ergebnis" erzielen würden, in den Kursen sollen sie auf entsprechende Wiederholungsklausuren vorbereitet werden.

Derzeit brechen 17 Prozent der Studierenden des Bachelorstudiengangs "Polizeivollzugsdienst" ihre Ausbildung ab, die Quote beim Abschlussjahrgang 2019 liegt um 4,5 Prozent über der des Abschlussjahrgangs 2018. Der Anstieg, heißt es, sei vor allem auf eine höhere Zahl von nicht bestandenen Klausuren zurückzuführen.

Laut einem Bericht des Innenministeriums zum "Sachstand bei der Abbrecher- und Durchfallquote" bietet die Fachhochschule inzwischen eine Studierendenberatung an, dort können die Kommissaranwärter über "persönliche Probleme, Lernprobleme, Konflikte im Studium und Prüfungsangst" sprechen. Momentan werden in Nordrhein-Westfalen 6600 Kommissaranwärter ausgebildet.

jdl, le
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