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Camilla Royale »Fab Four«

aus DER SPIEGEL 29/2022
Foto:

Samir Hussein / WireImage / Getty Images

Lange war sie – zumindest in der öffentlichen Meinung – »the other woman«, die andere Frau, die sich in die Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana gedrängelt hatte. Inzwischen ist Camilla, Herzogin von Cornwall, jedoch ein Imagewechsel geglückt, der sie zum Lehr­beispiel für Krisen-PRler und Markenrestaurierer macht. Der »Telegraph« krönte sie gerade vorauseilend zur künftigen »ultimate feminist queen«, weil sie ehrlich, echt und unabhängig sei und sich royalen Tabu­themen widme, etwa mit ihrem Engagement gegen häusliche und sexuelle Gewalt. Außerdem nutze sie das Haus, das sie sich 1996 nach ihrer Scheidung von Andrew Parker Bowles gekauft hat, immer noch als privaten Rückzugsort – ein quasire­bel­lischer Akt für eine künftige Königin. Anlässlich ihres 75. Geburtstags am 17. Juli ziert die Herzogin das aktuelle Cover des ruralen Lifestylemagazins »Country Life« und ließ sich dafür von ihrer Stiefschwiegertochter Catherine, 40, Herzogin von Cambridge, fotografieren – keine familiäre Gefälligkeit, sondern ein weiteres symbolisches Bausteinchen, das die beiden Frauen (und die dazu­gehörigen Eheprinzen Charles und William) als neues kern­royales Powergrüppchen eta­blieren soll. Es ist eine Neuauflage der »Fab Four«-Idee. Die Erstversion mit William, Kate, Harry und Meghan taugte durch den Abgang der beiden Letzt­genannten dann doch nicht als Zukunftsvision einer modernen Monarchie.

ARÜ
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