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Rehkitz in Hessen: Wohin mit Bambi?

Foto: Karl-Heinz Bärtl/ dpa

Rehkitz im Reihenhaus Zuhause für Bambi gesucht

Es ist eine ungewöhnliche Hausgemeinschaft: In Hessen wächst ein Rehkitz bei einem Paar auf - gemeinsam mit zwei Hunden. Was idyllisch klingt, birgt Experten zufolge auch Gefahren.

Ein Paar im südhessischen Groß-Zimmern zieht ein Rehkitz auf. Das Tier heißt Bambi und lebt zusammen mit Anja Pahlen, Peter Göbel und deren beiden Hunden unter einem Dach.

Die Altenpflegerin Pahlen hatte das fast verhungerte Wildtier bei einem Spaziergang im vergangenen Sommer entdeckt und mit Ziegenmilch aus der Spritze langsam aufgepäppelt. Jetzt sieht sich das Paar nach einem Wildpark für den Bock um, der voraussichtlich im März geschlechtsreif wird.

Dass Wildtiere in Familien vorübergehend Aufnahme finden und sich mit allen - auch Haustieren - vertragen, komme immer wieder mal vor, sagt Naturschutzreferent Rolf Becker vom Landesjagdverband. "Man muss aber immer damit rechnen, dass das Wildtier andere Reaktionen zeigt als ein Haustier." Als Beispiele nennt er fremde Hunde, oder wenn sich die Tiere bedrängt fühlten.

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Rehkitz in Hessen: Wohin mit Bambi?

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Die Tierschutzbeauftragte des Landes, Madeleine Martin, und ein Wildbiologe warnen dagegen vor gefährlichen Folgen - gerade auch für Pahlen und Göbel. Die Gefahr, dass geschlechtsreife Rehböcke aggressiv werden und Menschen angreifen, sei groß, betont Martin.

Tierarzt Dominik Fischer vom Arbeitskreis Wildbiologie der Uni Gießen warnt, geschlechtsreife Rehböcke hielten die ihnen vertrauten Menschen für Artgenossen und zögen sie für Rangkämpfe heran. "Das kann gesundheitsgefährdend sein." Bambi müsse möglichst bald ausgewildert werden. Dabei könnten Auffangstationen für Wildtiere wie etwa im niedersächsischen Sachsenhagen helfen.

asa/dpa
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