Hilfe nach Erdbeben Mehr als zwei Milliarden Dollar für Haiti zugesagt

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti sind bislang mehr als zwei Milliarden Dollar für Hilfsleistungen zugesagt worden. Das Geld wird dringend benötigt: Laut Uno sind 75 Prozent der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zerstört.


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Port-au-Prince: Eine Stadt liegt in Trümmern
Genf - Von den insgesamt 2,02 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) an Hilfszusagen wurden bisher 1,19 Milliarden von Geberländern, dem Privatsektor und Hilfsorganisationen bereitgestellt. Dies teilte die Uno-Organisation für die Koordinierung von Humanitären Angelegenheiten am Donnerstag in Genf mit. Die restlichen 830 Millionen Dollar seien lediglich versprochen.

Der stellvertretende Uno-Sondergesandte für Haiti, Paul Farmer, sagte unterdessen, 75 Prozent der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince seien durch das Erdbeben vom 12. Januar zerstört worden. Das Ausmaß der Katastrophe sei so groß, dass "wir die beste internationale Mannschaft brauchen, um das Problem gemeinsam mit den Haitianern anzugehen", so Farmer vor dem Außenausschuss des US-Senats in Washington.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 waren in dem armen Karibikstaat mindestens 170.000 Menschen ums Leben gekommen. Bis zu eine Million Menschen sind obdachlos.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes kamen bei dem Beben vier Deutsche ums Leben. Ein Mann und eine Frau, die bislang als vermisst galten, seien unter den Toten, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin. Dies sei nun "traurige Gewissheit". Bei den beiden anderen Todesopfern handelte es sich um zwei Männer. Drei der Opfer waren Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

Für 60 Adoptivkinder aus Haiti beginnt nun in Deutschland ein neues Leben. Am Donnerstag kamen sie am Frankfurter Flughafen an, wo sie von ihren Adoptiveltern abgeholt wurden, wie die "Rhein-Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtet. Sechs Kinder mussten direkt in ein Krankenhaus gebracht werden. "Sie waren in Folge des Erbebens entkräftet und dehydriert. Gemessen an den Umständen geht es aber allen Kindern recht gut", sagte die Vorsitzende des Adoptionsvereins "Help a Child", Bea Garnier-Merz, der Zeitung. Ihre Organisation hatte die Waisenkinder dem Bericht zufolge schon vor dem Erdbeben an die deutschen Familien vermittelt.

siu/AFP/dpa



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ThomasGB, 02.10.2009
1. Garnicht !
Zitat von sysopWie bei vielen Katastrophen zuvor verlaufen in Erdbebengebieten die Rettungsarbeiten oft nur stockend. Es gibt zu wenig technische Hilfsmittel. Das verringert die Überlebenschancen der Verschütteten. Was kann getan werden, damit zügiger geholfen werden kann?
Es ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
Nonvaio01 02.10.2009
2. Das ist halt Pech
Hallo, es klingt zwar hard aber das ist pech. Wenn man in einem Erdbeben gebiet lebt muss man halt mit Erdbeben rechnen. Die jeweilige Regierung muss halt dafuer sorgen das vorgesorgt ist sogut es halt geht. Japan mach das auch so und trozdem passieren Erdbeben von einer staerke mit der man nicht gerechnet hat, durch gute vorsortge koennen die opferzahlen aber auf das minimum gehalten werden. San Francisco z.b. Da weiss man das es hochgradig Erdbeben gefaehrlich ist und trozdem baut man dort eine Millionen Stadt. Man beschliesst gewisse Baumasnahmen um Gebaeude Erdbebensicher zu bauen, nur verhindern kann man es nicht. Wenn die jeweilige regierung es nicht fuer noetig haelt oder es wegen korruption und pfusch zu mehr zerstoerung kommt als noetig, ist das ein problem der regierung, nun kann man sagen die armen buerger haben keine wahl, dazu sage ich nur das jeder eine wahl hat, wenn mein Haus zusammen bricht wegen pfusch werde ich mir das nicht bieten lassen. Wenn ich mir alles gefallen lasse habe ich es nicht besser verdient...sorry aber das ist meine meinung. Gruss Bernd
reuanmuc, 02.10.2009
3.
Zitat von ThomasGBEs ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
DefTom 02.10.2009
4. Immer dasselbe Spiel...
Jetzt ist dieses Beben gerade mal eine Tag her, und schon fällt der versammelten Weltpresse dort nichts mehr anderes ein, als über Einzelschicksale und sog. Wunder zu berichten. Und der Spiegel spielt mit. Ich könnte kotzen.
wudi 02.10.2009
5.
Zitat von reuanmuc.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
Ich sehe das Problem aehnlich. Aber Druck auf die Regierungen? Wird in vielen Laendern wenig helfen. Nehmen wir nur das Beispiel Burma. Gerade Katastrophengebiete liegen oft in undemokratischen Staaten.
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