Hintergrund Die giftige Ladung des Frachters


Der im Ärmelkanal gesunkene Frachter hatte nach Angaben einer Matrosengewerkschaft mehrere tausend Tonnen Chemikalien geladen. Die bislang genannten Stoffe sind biologisch abbaubar und hinterlassen nach Schätzung von Greenpeace keine großflächigen Langzeitschäden in der Umwelt. "Falls die Fracht austreten sollte, ist ein lokales Fischsterben im Umkreis von einigen Kilometern möglich", erklärte Manfred Krautter, Chemieexperte der Umweltorganisation.

  • Styrol (Phenylethylen): Die giftige organische Chemikalie ist einer der wichtigsten Grundstoffe zur Herstellung von Kunststoffen wie Styropor. Die farblose Flüssigkeit kann bei größeren Mengen Menschen, Fische und Kleinkrebse schädigen und hemmt auch das Wachstum von Mikroorganismen, darunter auch Meeresbakterien. Vergiftungssymptome beim Menschen sind Zittern und Kontrollverlust von Bewegungen.

    Nach Auskunft von Greenpeace mischt sich Styrol nur schlecht mit Meerwasser. Falls das flüssige Styrol aus dem Tanker "Ievoli Sun" austrete, könne es an der Wasseroberfläche mit der Luft explosionsfähige Gemische bilden. Dadurch könne Gefahr für Bergungsmannschaften bestehen.
  • Methanol (Methylalkohol): Dieser Alkohol ist ein wichtiges Lösungsmittel für die Industrie. Er kommt aber auch in der Natur vor und mischt sich gut mit Wasser. Bei direkter Aufnahme können die Flüssigkeit und ihre Dämpfe Sehnerven und Organe schädigen.
  • 2-Propanol (Isopropylalkohol): Propanol ist ebenfalls ein wichtiges Lösungsmittel bei chemischen Reaktionen und wird auch in der Kosmetik und der Pharmazie verwendet. In großen Mengen ist dieser Alkohol giftig. Er reizt zudem Augen und Atemwege.



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