Hirntumor Die lange Leidenszeit des George Harrison

Die Krankheitsgeschichte des Ex-Beatles George Harrison nimmt kein Ende. Vor vier Jahren hatte er einen Tumor am Kehlkopf, vor drei Monaten war er wegen Lungenkrebses operiert worden, und nun hat er einen Hirntumor.


George Harrison
AP

George Harrison

London - Fachärzte sagten dem Fernsehsender BBC, falls es sich wirklich um einen bösartigen Hirntumor handele, habe Harrison nur geringe Überlebenschancen. Der Gitarrist werde in einer schweizerischen Klinik im Tessin nahe der italienischen Grenze behandelt, berichteten die "Times", der "Daily Telegraph" und andere britische Zeitungen unter Berufung auf die schweizerische Presse.

Harrison und seine Frau Olivia hätten eine Villa in Italien gemietet und besuchten regelmäßig die San-Giovanni-Klinik in Bellinzona. Dort werde Harrison von dem Spezialisten Franco Cavalli bestrahlt. Die "Daily Mail" zitierte einen Mitarbeiter des Krankenhauses mit den Worten: "Immer wenn ich ihn gesehen habe, hat er einen Hut getragen, und ich hatte den Eindruck, dass er seine ganzen Haare verloren hat."

Harrisons Leidensgeschichte begann vor vier Jahren, als er einen Knoten am Hals entdeckte. Kehlkopfkrebs hieß die Diagnose. "Ich habe das einzig und allein vom Rauchen bekommen", sagte er. Der Musiker hatte in seiner Jugend und während der gesamten Beatles-Zeit geraucht. Dann hatte er es für eine Reihe von Jahren ohne Zigaretten geschafft, schließlich aber doch wieder angefangen. Nach einer erfolgreichen Operation in England verkündete er: "Ich sterbe noch nicht - ihr könnt euch alle glücklich schätzen."

Doch vor drei Monaten wurde bei einer Vorsorgeuntersuchung in den USA ein Tumor in seiner Lunge entdeckt. Wieder war eine Operation möglich, und wieder ließ Harrison mitteilen, er sei "in bester Laune und in Topform". Nun hoffen seine Fans, dass er noch einmal Glück hat - so wie im Dezember 1999, als er in seinem Schloss westlich von London mit knapper Not einem Mordanschlag eines Verrückten entging. Seine Frau Olivia rettete ihn, indem sie dem Eindringling mit einer schweren Tischlampe auf den Kopf schlug.

Ganz im Gegensatz zu Paul McCartney gilt Harrison als medienscheu und lebt zurückgezogen auf dem Land oder auf einsamen Inseln. Schon während seiner großen Zeit war er der "stille" oder der "dritte Beatle", der immer im Schatten von John Lennon und McCartney stand. Dabei schrieb er 22 Songs der Gruppe, darunter Hits wie "If I Needed Someone", "Taxman" und "Here Comes The Sun".



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.