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Historische Tiefstwerte Rekordkälte bedroht Norden der USA

Bis zu 50 Grad unter null: Meteorologen warnen vor lebensbedrohlichen Temperaturen im Norden der USA. Mehrere Menschen kamen bei Schneestürmen ums Leben, der Bundesstaat Minnesota schließt seine Schulen.

Minneapolis - Der staatliche US-Wetterdienst warnt vor einem massiven Kälteeinbruch an diesem Wochenende. In einer kurzen Prognose spricht der National Weather Service sogar von der "kältesten Luft seit zwei Jahrzehnten".

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Kälterekord und Neuschnee: Extreme Wetterlage im Nordosten der USA

Foto: AP/dpa

Betroffen sind Bundesstaaten im Norden und Nordosten der USA. In Minnesota bleiben am Montag staatliche Schulen wegen der extremen Kälte geschlossen. Gouverneur Mark Dayton  mahnte alle Einwohner des Bundesstaats zu großer Vorsicht. Laut Prognosen werden die Tiefsttemperaturen in Minnesota am Montag tagsüber bei minus 34 Grad Celsius liegen, die gefühlte Temperatur soll auf bis zu minus 45 Grad Celsius fallen. Der US-Wetterdienst warnt vor lebensbedrohlichen  Temperaturen.

Beim Berechnen der gefühlten Temperatur (im Englischen auch als Windchill  bezeichnet) beziehen Meteorologen die Windgeschwindigkeit mit ein. Hintergrund: Je stärker der Wind, desto schneller gibt die Haut Wärme ab. In der Metropolregion Minneapolis-Saint Paul, erwartet der National Weather Service  am Montagmorgen zeitweise sogar eine gefühlte Temperatur von minus 50 Grad Celsius.

Die eisigen Luftmassen sollen am Samstag die US-Bundesstaaten North Dakota, South Dakota, Minnesota, Nebraska und Iowa aus Kanada erreichen.

Tiefstwerte Sonntagmorgen: Minus 20 Grad Fahrenheit entsprechen minus 28,8 Grad Celsius

Tiefstwerte Sonntagmorgen: Minus 20 Grad Fahrenheit entsprechen minus 28,8 Grad Celsius

Foto: National Weather Service

Die Kälte wird laut dem US-Wetterdienst dann nach Südosten weiterziehen.

Tiefstwerte Montagmorgen: Minus 20 Grad Fahrenheit entsprechen minus 28,8 Grad Celsius

Tiefstwerte Montagmorgen: Minus 20 Grad Fahrenheit entsprechen minus 28,8 Grad Celsius

Foto: National Weather Service

Am Freitag tobten im Nordosten der USA bereits heftige Schneestürme. Mehrere Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Schneesturm "Hercules" hatte den Nordosten der USA am Freitag teilweise lahmgelegt. Der Wetterdienst gab Unwetterwarnungen für ein Gebiet entlang der Ostküste von Chicago bis hin zur Hauptstadt Washington aus.

An der Ostküste fielen stellenweise bis zu 62 Zentimeter Neuschnee, mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Mehr als 4000 Flüge wurden gestrichen, Tausende weitere waren verspätet.

lis, mit Material von AFP
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