China-Import von Möbelhauskette Hitler-Tasse ruft Staatsschutz auf den Plan

Versehentlich verkaufte ein Möbelhaus in Bielefeld eine Tasse mit Adolf-Hitler-Motiv. Das Unternehmen startete eine Rückrufaktion. Doch statt der Käufer meldete sich der Staatsschutz - und ein Museum.
Tasse mit Hitler-Motiv: Versehentlich in Möbelhaus verkauft

Tasse mit Hitler-Motiv: Versehentlich in Möbelhaus verkauft

Foto: Oliver Krato/ dpa

Bielefeld/Bonn - Adolf Hitler neben Lyrik und Rosen - wegen der mit einem Konterfei des Diktators bedruckten Teetassen der Möbelhauskette Zurbrüggen hat sich der Staatsschutz eingeschaltet. Der Tatvorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen sei objektiv erfüllt, sagte Barbara Vogelsang von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Das unmögliche Motiv der Tasse war laut Unternehmenschef Christian Zurbrüggen weder den chinesischen Produzenten noch den Verkäufern im Laden aufgefallen. 175 Exemplare gingen über den Ladentisch, bis einer Kundin das blasse Profil des Diktators auf einer 30-Pfennig-Briefmarke aus dem "Dritten Reich" auffiel. Neben Rosen und romantischen Schriftzügen lässt sich gerade noch ein Poststempel mit Hakenkreuz erkennen.

Das Möbelhaus bemüht sich um Schadensbegrenzung. Es gibt eine Rückrufaktion, wer die Tasse zurückgibt, bekommt einen Warengutschein. Zurbrüggen bekundete sein Bedauern, beteuerte seine Unschuld und verwies auf den chinesischen Hersteller des Porzellans.

Nicht nur der Staatsschutz meldete Interesse an der Tasse an. Das Haus der Geschichte in Bonn will laut einem Bericht der "Neuen Westfälischen" die Tasse der Sammlung des Hauses einverleiben. "Wir beobachten die Medien und suchen nach Dingen der Zeitgeschichte", sagte Museumssprecher Peter Hoffmann dem Blatt.

Nach Auskunft von Firmenchef Zurbrüggen sind bislang acht Tassen zurückgegeben worden. Die nicht verkauften 4825 Exemplare seien vernichtet worden.

gam/dpa