Hitze in Australien Mindestens 14 Tote durch Buschbrände

Temperaturen über 47 Grad und heftige Winde fachen die Buschbrände im Südosten Australiens an. Mindestens 14 Menschen sind bereits durch die Feuer gestorben. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern. Im Norden des Landes kämpfen die Helfer mit Überschwemmungen.


Sydney - Wegen extrem heißen und windigen Wetters in Australien sind mehrere Waldbrände außer Kontrolle geraten. Starke Winde hätten am Samstag in drei Bundesstaaten im Südosten des Landes mehr als 50 Feuer angefacht, teilten die Behörden mit. Mindestens 14 Menschen starben bisher nach offiziellen Angaben. Der Vizepolizeichef des Bundesstaates Victoria, Kieran Walshe, sagte, die Behörden befürchteten, die Zahl der Todesopfer könne auf mehr als 40 steigen. Dutzende Häuser seien verbrannt.

Viele Wälder sind ausgedörrt und bieten Flammen reichlich Nahrung. Allein in New South Wales wüteten mindestens 40 Feuer. Wir sehen wahrscheinlich den schlimmsten Tagen dieser Saison entgegen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Alle freiwilligen Feuerwehrhelfer des Bundesstaates New South Wales seien in Bereitschaft. In Adelaide sollten 10.000 Freiwillige und 11 Löschflugzeuge zum Einsatz kommen.

Bei einem Feuer nahe Melbourne wurden die Helfer am Samstagmittag (Ortszeit) abgezogen. Die Lage sei zu gefährlich, erklärten die Behörden. Der Brand im Bunyip-Park hat bereits rund 165 Hektar Busch vernichtet. Bis die Bedingungen den Einsatz der Löschmannschaften am Boden wieder erlaubten, würden die Flammen lediglich aus der Luft bekämpft, sagte ein Behördensprecher. Über Sydney hing eine Rauchwolke, die von drei Bränden im Hunter-Tal nördlich der Stadt stammten.

Der Südosten Australiens leidet derzeit unter einer extremen Hitzewelle. In Melbourne kletterten die Temperaturen am Samstag auf 46,4 Grad und damit auf den höchsten Wert, der dort je an einem Februartag gemessen wurde. Weiter im Landesinneren überstiegen die Temperaturen sogar die 47-Grad-Marke. Die Lage ist derzeit gefährlicher als bei den sogenannten Aschermittwoch-Bränden 1983, bei denen 75 Menschen ums Leben kamen und 2500 Häuser zerstört wurden.

Buschbrände sind Australien nichts Ungewöhnliches. Jedes Jahr gibt es rund 60.000 davon. Bis zur Hälfte davon könnte auf Brandstiftung oder zumindest Fahrlässigkeit zurückzuführen sein. Um weitere mutwillig gelegte Feuer zu verhindern, schlossen die Behörden mehrere Nationalparks.

Überschwemmungen im Nordosten

Im Nordosten Australiens kämpften die Helfer nach starken Regenfällen gegen die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Große Teile von Queensland - rund eine Million Quadratkilometer - sind betroffen. Dutzende Häuser wurden zerstört.

Weil viele Straßen überflutet sind, können große Rinderherden nicht mehr mit Futter versorgt werden, damit sind Zehntausende Tiere in Gefahr. Ein weiterer Regentag könnte dazu führen, dass die Stadt Ingham evakuiert werden muss, hieß es. Bürgermeister Pino Giandomenico sprach von einem "Desaster".

sac/dpa/afp/Reuters



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