Hitzewelle in Europa Bad Mergentheim-Neunkirchen meldet 40,3 Grad

Ein Ort in Baden-Württemberg misst über 40 Grad. Damit ist heute der zehnte Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit so hohen Temperaturen. Und: Ein Waldbrand in der Toskana zwingt 500 Menschen zur Flucht. Das waren die News am Mittwoch.
Szene aus Stuttgart: Sogar im Schatten ist die Hitze kaum zu ertragen

Szene aus Stuttgart: Sogar im Schatten ist die Hitze kaum zu ertragen

Foto: Marijan Murat / dpa
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Ort in Baden-Würrtemberg misst 40,3 Grad – Höchststand für heute.

  • Eine Pfarrerin rät, sich in Kirchen abzukühlen.

  • Der Pegel des Rheins ist so weit gesunken, dass Schiffe ihre Ladung reduzieren müssen. Auch auf der Oder gibt es zu wenig Wasser in der Fahrrinne.

  • Ein Waldbrand in der Toskana zwingt 500 Menschen zur Flucht.

Frankreichs Präsident Macron kündigt Wiederaufforstung nach Bränden an

18.18 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die bei den Waldbränden an der südfranzösischen Atlantikküste verbrannten Flächen schnell wieder bepflanzen. »Wir werden sofort mit den Arbeiten beginnen«, sagte Macron bei einem Besuch in Teste-de-Buch laut der französischen Zeitung »Le Monde«. »Wir müssen wieder aufbauen, das heißt, wir müssen wieder säen, wir müssen wieder wachsen lassen, aber mit anderen Regeln und mit Präventionsregeln. Wir werden daraus eine große nationale Baustelle machen.«

Macron trifft Feuerwehrleute in der Einsatzzentrale in La Test-de-Buch

Macron trifft Feuerwehrleute in der Einsatzzentrale in La Test-de-Buch

Foto: Bob Edme / dpa

Seit mehr als einer Woche toben südlich von Bordeaux bei Teste-de-Buch und bei Landiras zwei große Waldbrände. Die Flammen zerstörten mehr als 20.600 Hektar Land. Das entspricht etwa der Fläche Stuttgarts. Seit Beginn der Brände mussten rund 36.750 Menschen vorsichtshalber ihre Bleibe verlassen. Macron zufolge sind die Einsatzkräfte nun dabei, das Feuer bei Teste-de-Buch in den Griff zu bekommen. Es werde aber mehrere Wochen dauern, bis die Lage sich stabilisiere.

Macron sagte zudem, die Arbeit der Sicherheitskräfte müsse besser auf den Klimawandel angepasst sein. Es brauche neue Mittel. Bei seinem Besuch in der stark von den Waldbränden getroffenen Gironde dankte Macron auch den Feuerwehrleuten und traf auch Betreiber, deren Campingplätze vom Feuer zerstört wurden.

Betroffene des Feuers in Teste-de-Buch

Betroffene des Feuers in Teste-de-Buch

Foto: CAROLINE BLUMBERG / EPA

Mehr als 500 Hitzetote in Spanien

17.53 Uhr: Die Hitzewelle in Spanien hat nach Regierungsangaben hunderte Menschen das Leben gekostet. Infolge der fast zehntägigen Hitzeperiode seien »mehr als 500 Menschen« gestorben, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez unter Verweis auf Daten zur Übersterblichkeit eines öffentlichen Gesundheitsinstituts.

Vorläufigen Daten des spanischen Wetterdienstes zufolge war die Hitzewelle mit Temperaturen von über 45 Grad zudem die intensivste, die jemals in Spanien gemessen wurde.

Stromausfall in Baden-Baden lag doch nicht an der Hitze

17.22 Uhr: Die Stadtwerke in Baden-Baden haben eine andere Ursache als die Hitze für den großflächigen Stromausfall in der Nacht zum Mittwoch ausgemacht: Eine defekte Kontaktstelle zwischen zwei Kabeln im Erdreich habe für eine größere Hitzeentwicklung gesorgt, daraufhin schmolz die Kunststoffummantelung von Stromkabeln, sagte Helmut Oehler, Chef der Stadtwerke, der Nachrichtenagentur dpa. Der Defekt an dem 20.000-Volt-Kabel zwei Meter unter der Erde habe mehrere Folgefehler im System ausgelöst, was dann den Stromausfall für mehrere Tausend Bewohner verursacht habe.

Ursprünglich hatten die Stadtwerke die hohen Temperaturen für den Ausfall verantwortlich gemacht, auch SPIEGEL.de hatte darüber berichtet. Wir haben die veraltete Passage in diesem News-Update entfernt.

Oehler zufolge sei der Strom im Laufe des Vormittags bei den meisten Haushalten wiedergekommen. Bis gegen 11.30 Uhr fielen auch der Notruf sowie Ampelanlagen aus. Im gesamten Stadtgebiet war darüber hinaus das Internet bis gegen 10 Uhr gestört. Auch die Merkur-Bergbahn fiel aus, sie soll an diesem Donnerstag wieder fahren.

Neue Hitzerekorde in den Bundesländern

17.00 Uhr: In mehreren Bundesländern sind die dort höchsten Temperaturwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. Im Baden-Württembergischen Mergentheim-Neunkirchen wurden 40,3 Grad gemessen, im niedersächsischen Uelzen 39,8 Grad und ebenfalls 39,8 Grad in Huy-Pabstorf in Sachsen-Anhalt. Hamburg Neuwiedenthal verzeichnete 39,7 Grad, in Krambek in Schleswig-Holstein waren es 38,4 Grad. Für alle Länder waren das vorläufige Hitzerekorde.

»Die Werte könnten aber bis zum Abend noch durchbrochen werden«, sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdiensts Andreas Friedrich. Denn noch immer stiegen die Temperaturen. Es sei auch gut möglich, dass auch an anderen Wetterstationen die 40 Grad-Marke noch erreicht werde.

Ein Wakeboarder lässt sich von einer Wasserskianlage in Magdeburg durch den Neustädter See ziehen

Ein Wakeboarder lässt sich von einer Wasserskianlage in Magdeburg durch den Neustädter See ziehen

Foto:

Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Feuer in Südfrankreich: »Da herrscht eine Stille, die das Apokalyptische noch unterstreicht«

16.55 Uhr: Es ist eine Fläche fast zweimal so groß wie Paris: Rund 20.000 Hektar haben die Feuer an der französischen Atlantikküste inzwischen zerstört. Eindrücke aus La-Teste-de-Buch von SPIEGEL-Reporter Leo Klimm:

DER SPIEGEL

Bad Mergentheim-Neunkirchen misst 40,3 Grad

16.15 Uhr: Die Station des Deutschen Wetterdienstes in Bad Mergentheim-Neukirchen im Norden von Baden-Württemberg meldet eine Temperatur von 40,3 Grad Celsius. Damit wurde der bisherige Rekord für Baden-Württemberg von 40.2 Grad in Freiburg im August 2003 eingestellt.

Es ist das zehnte Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, dass in Deutschland an einem Tag Temperaturen von 40 Grad oder mehr gemessen wurden. Der Hitzerekord für Deutschland liegt bei 41,2 Grad – gemessen am 25. Juli 2019 in Duisburg und Tönisvorst am Niederrhein.

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Frau wollte »nur kurz einkaufen«, Feuerwehr rettet Hund aus Auto

16.10 Uhr: Bei hohen Temperaturen leiden nicht nur Menschen. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Tiere bei diesem Wetter in Autos zurückgelassen werden. Wie in Euskirchen, wo die Feuerwehr am Dienstag ein Fahrzeugfenster öffnete, um einen Hund zu befreien. Die Besitzerin teilte laut der Polizei mit, dass sie »nur kurz einkaufen gehen wollte« und die Leine vergessen habe. Laut Polizei wirkte der Hund geschwächt, die Frau wurde wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

In der Mitteilung gab die Polizei Hinweise, wie man sich verhalten soll, wenn Tiere in überhitzten Autos aufgefunden werden: So soll der Notruf gewählt werden, wenn kein Besitzer ausfindig gemacht werden kann. Die Fahrzeugscheibe soll demnach nur bei akuter Lebensgefahr für das Tier eingeschlagen werden, hieß es.

Abkühlung für die Elefantendame Sundali

15.58 Uhr: Yvonne Weigelt, Tierpflegerin im Tierpark Cottbus, hält einen Wasserstrahl auf die Asiatischen Elefantdame Sundali. Seit rund 30 Jahren kümmert sich die Tierpflegerin um die 54-jährige Sundali. Bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius bleibt der Dickhäuter lieber im Schatten oder gleich im kühleren Elefantenhaus. Wie es auch für Menschen empfohlen ist, trinkt Sundali möglichst viel gegen die Hitze – etwa 200 Liter Wasser am Tag.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Niedriger Wasserstand behindert Schiffsverkehr auf der Oder

15.43 Uhr: Weil der Pegel in der Fahrrinne nicht hoch genug ist, warnt das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) davor, dort mit dem Schiff zu fahren. Grund dafür ist allerdings nicht nur die aktuelle Hitze, sondern ein lang anhaltender Wassermangel. »Wir haben eine Niedrigwassersituation, die sich aufgrund der vergangenen Jahre nicht mehr erholt«, sagte WSA-Hydrologin Cornelia Lauschke der Deutschen Presse-Agentur. Bereits in den Jahren 2015, 2018 und 2019 habe es ähnliche Situationen gegeben. Dem Brandenburger Umweltministerium zufolge führt die Oder in der Regel in den Sommermonaten eher zu wenig als zu viel Wasser.

Zumal das WSA nur eine Empfehlung ausgesprochen hat. Die Schifffahrt ist nicht komplett verboten, aber Schiffsführer handelten in Eigenverantwortung, sollten sie trotz Niedrigwassers die Oder befahren. Auch auf dem Rhein ist der Wasserstand so niedrig, dass dort Frachtkähne nicht mehr voll beladen werden können.

Deutsche verfluchen »Jürgen« – dabei schwitzt er genau wie sie

14.01 Uhr: Menschen in ganz Deutschland schimpfen auf »Jürgen«, weil er ihnen Hitze und Trockenheit beschert. Dabei kann der arme Mann gar nichts dafür: Er ist ein Meteorologie-Freund aus Leipzig und bekam die Namens-Patenschaft für das Hochdruckgebiet zum Geburtstag geschenkt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa von seiner in der Schweiz lebenden Tochter. »Mein Vater ist seit seiner Jugend unheimlich interessiert an Meteorologie, und zu seinem runden Geburtstag Ende August wollte ich ihm eine Patenschaft schenken.«

Vor Kurzem sei dann herausgekommen, dass das aktuelle Sommerhoch den Namen »Jürgen« tragen wird. »Als meinem Vater klar wurde, dass dieses Hoch wirklich nach ihm benannt wurde, hat er sich erst ein bisschen erschrocken, aber dann sehr gefreut«, so die Tochter. Sie fügte aber hinzu: »Unter der Hitze leidet er natürlich genauso wie alle anderen.«

Waldbrand in der Toskana zwingt 500 Menschen zur Flucht

13.17 Uhr: In Italien wurden Hunderte Menschen evakuiert, weil Waldbrände ihre Häuser bedrohten. In der Toskana mussten nach Angaben des Regionalpräsidenten am Mittwoch rund 500 Anwohnerin der Nähe der Ortschaften Massarosa und Bozzano in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer habe über Nacht mehrere Ortschaften erreicht, Flüssiggastanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Giani . Der Wind hätte eine Eindämmung der Feuersbrunst erschwert. Die seit Montag wütenden Flammen haben bereits 560 Hektar Wald zerstört.

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Im Nordosten Italiens wurden Bewohner aufgefordert, wegen einer Rauchwolke ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Diese wurde von Waldbränden nahe der Grenze zu Kroatien und Slowenien ausgelöst. Die Werft Fincantieri musste ihr Werk mit 3000 Mitarbeitern in der Hafenstadt Monfalcone nördlich von Triest schließen. Für die nächsten Tage werden Temperaturen in Höhe von 40 Grad in fast allen italienischen Regionen vorausgesagt. Ab Donnerstag soll für 14 italienische Städte die höchste Hitzewarnstufe gelten.

Qualm über Massarosa, nördlich von Lucca (Italien)

Qualm über Massarosa, nördlich von Lucca (Italien)

Foto: Riccardo Dalle Luche / EPA

Dem Norden winkt Abkühlung – aber es bleibt zu trocken

12.55 Uhr: Auf die Hitze folgen Gewitter, Starkregen, Sturmböen und Hagel – zumindest in Niedersachsen und Bremen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Demnach könnten in der Nacht zum Donnerstag örtlich bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde fallen. An vielen Orten wird demnach kräftiger Dauerregen erwartet. Lokal seien in sechs Stunden bis zu 80 Liter pro Quadratmeter möglich. Das Problem: »Sehr trockener Boden kann Wasser schlecht aufnehmen. Das Wasser wird nicht reichen, um in tiefere Bodenschichten einzudringen.« Vom Bremer Raum bis nach Nordrhein-Westfalen seien alle Bodenschichten extrem trocken. »Nur Richtung Ostfriesland ist der Boden nicht ganz so ausgetrocknet.«

In mehreren Teilen Deutschlands kam es so auch weiterhin zu Waldbränden. Etwa in der Nähe von Sundern im Sauerland brannte eine Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern, es kamen immer wieder Glutnester auf, wie ein Polizeisprecher sagte. Rund 400 Einsatzkräfte waren am Ort. Auch im sächsischen Landkreis Meißen gab es mehrere Waldbrände. In Baden-Württemberg mahnte Innenminister Thomas Strobl (CDU) vor den Gefahren: »Bitte beachten Sie weiterhin, dass in Wald und Flur schon der kleinste Funke zu einem Brand mit möglicherweise verheerenden Folgen führen kann.«

In London 2600 Notrufe – normal sind 350

11.57 Uhr: Die Hitzewelle sorgt im Vereinigten Königreich für eine außergewöhnliche Belastung der Feuerwehr. In London wurden gestern mindestens 16 Einsatzkräfte bei Löscharbeiten verletzt, wie Londons stellvertretender Feuerwehrchef Jonathan Smith mitteilte.

Bürgermeister Sadiq Khan sagte bei der BBC, dass am Dienstag 2600 Notrufe bei der Feuerwehr eingegangen seien – normal seien 350. Khan sprach davon, dass Dienstag der arbeitsreichste Tag für die Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen sei. Er warnte die Bürgerinnen und Bürger vor Grillfeiern. »Das Gras ist wie Heu, es kann sich leicht entzünden«, sagte Khan. Die Feuer würden sich »unglaublich schnell« verbreiten, »wie man es sonst aus Filmen oder aus Kalifornien kennt«.

Brände im Großraum London sorgten am Dienstag für Hochbeschäftigung bei der Feuerwehr

Brände im Großraum London sorgten am Dienstag für Hochbeschäftigung bei der Feuerwehr

Foto: Leon Neal / Getty Images

Hitze im Osten – nur noch knapp über 30 Grad im Westen

11.47 Uhr: Nach der Hitze im Westen Deutschlands schwitzen nun die Menschen Osten. Dort könnten heute örtlich womöglich erneut um die 40 Grad erreicht werden, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ab Donnerstag kühle es jedoch auf etwa 33 Grad ab. Besonders im Südwesten und Westen gab es schon heute örtlich Schauer und Gewitter mit Sturmböen. Die Temperaturen erreichten dort nach einem sehr heißen Tag am Dienstag nun noch rund 30 bis 34 Grad.

Doch auch, wenn es in den kommenden Tagen etwas regnerischer und kühler werde, »so richtig raus aus der Hitze sind wir nicht«, sagte der DWD-Experte. Schon am Wochenende und zu Beginn der neuen Woche könne es dann wieder heißer werden.

25 Waldbrände in Portugal

11.39 Uhr: Die Waldbrände lassen Feuerwehr und Zivilschutz in Portugal nicht zur Ruhe kommen. Am Vormittag gab es in verschiedenen Teilen des Landes 25 größere und kleinere Waldbrände, die von insgesamt gut 1200 Einsatzkräften bekämpft wurden, wie der Zivilschutz ANEPC mitteilte.

Löschhubschrauber in der Nähe von Chaves im Norden von Portugal am 19. Juli

Löschhubschrauber in der Nähe von Chaves im Norden von Portugal am 19. Juli

Foto: MIGUEL PEREIRA DA SILVA / EPA

Die größten Sorgen bereiteten zwei Feuer in den Gemeinden Chaves und Murça im Bezirk Vila Real östlich von Porto im Norden des Landes. Wegen der Brände der vergangenen Tage mussten nach Angaben des ANEPC 1055 Menschen ihre Häuser verlassen. Es habe mindestens drei Tote und 223 Verletzte gegeben, sechs davon Schwerverletzte.

Funkenflug, Gleise verbogen, Löschwasser-Mangel

11.15 Uhr: Auf Twitter fasst der Kollege Jonas Schaible die Hitzewelle der letzten Tage und Wochen zusammen. Achtung: Diesen Thread zu lesen, bereitet keinen Spaß.

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Hitze im Gefängnis – mehr Getränke und gelockerte Schließzeiten

10.58 Uhr: Mehr Getränke, flexiblere Duschmöglichkeiten und gelockerte Verschlusszeiten für die Haftzellen – so reagieren die Berliner Gefängnisse auf die derzeitige Hitzewelle. Wie die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, stehen für die Häftlinge in der Wärmeperiode zusätzliche Getränkepulver bereit.

Herrschen über einen längeren Zeitraum Temperaturen über 30 Grad Celsius, gibt es wöchentlich ein zusätzliches nährstoffhaltiges Getränk wie etwa Ayran, erklärte ein Behördensprecher. In den acht Berliner Gefängnissen sitzen laut Justizverwaltung mehr als 3400 Menschen ein. Diensträume sowie Arbeitsbereiche mit hoher Sonneneinstrahlung würden nach Möglichkeit mit Schutzfolien oder Jalousien ausgestattet, hieß es. Zudem werde möglichst viel in den Morgenstunden gelüftet, tagsüber seien Ventilatoren im Einsatz.

Rheinpegel sinkt – Frachtschiffe fahren mit weniger Ladung

10.11 Uhr: Der Wasserstand des Rheins ist in dieser Woche erneut gesunken. »Die Schifffahrt läuft weiter, aber mit teilweise stark reduzierter Ladung«, sagte ein Sprecher des Wasserschifffahrtsamtes WSA. Dies gelte besonders für die kritische Engstelle Kaub bei Koblenz, wo der Wasserstand extrem niedrig sei. Derzeit könnten die Schiffe noch fahren, es hänge aber vom Schiffstyp ab, ob mit 50 oder nur 30 Prozent der Ladung.

Frachtschiff und Sandbank im Rhein am 19. Juli bei Oberwesel, Rheinland-Pfalz

Frachtschiff und Sandbank im Rhein am 19. Juli bei Oberwesel, Rheinland-Pfalz

Foto: Thomas Frey / dpa

Nach Angaben von Rohstoffhändlern ist der Wasserstand in Kaub so niedrig, dass die Schiffseigner im Rahmen ihrer Verträge die Möglichkeit haben, Transporte zu stornieren, wenn sie glauben, dass ihre Schiffe nicht mehr sicher fahren können. Noch führen sie weiter, seien in Kaub aber oft nur zu 30 Prozent beladen. Für die süddeutschen Flusseinzugsgebiete wird im Laufe dieser Woche Regen vorhergesagt, der zu einem Anstieg der Wasserstände beitragen könnte. Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

Hitzewarnung für fast gesamt Deutschland

9.34 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für nahezu das gesamte Bundesgebiet eine Hitzewarnung ausgesprochen. Einzig einige Landkreise ganz im Westen und ganz im Süden bleiben auf der Überblickskarte auf hitzewarnungen.de  farblos. Dafür sei dort später mit erhöhtem Unwetterpotenzial zu rechnen: Starkregen, Sturmböen, Hagel.

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Güterzug löst Serie von Flächenbränden bei Trier aus

9.16 Uhr: Ein Güterzug hat am frühen Dienstagabend eine Reihe von Flächenbränden im Kreis Trier-Saarburg und in der Stadt Trier ausgelöst. Ursache war nach ersten Erkenntnissen ein Defekt an einem Rad, wodurch Funkenflug entstand. Aufgrund der ausgedehnten Einsatzstelle hatte die Feuerwehr Trier Großalarm ausgelöst, auch alle Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet wurden alarmiert.

Durch den großen Kräfteeinsatz von etwa 80 Wehrleuten konnte die Lage schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die Räder des Güterzugs mussten von Einsatzkräften heruntergekühlt werden. Die Bundespolizei war vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Großer Brand im Nordosten Athens tobt weiter – zwölf Verletzte

9.04 Uhr: Im Nordosten Athens wüten weiter Feuer. Dicke bräunliche Rauchschwaden waren am Mittwochmorgen aus fast allen Stadtteilen Athens zu sehen. Die Flammen drangen in bewohntes Gebiet ein und zerstörten zahlreiche Häuser. Drei Feuerwehrleute und neun Einwohner sind Berichten des staatlichen Rundfunks zufolge leicht verletzt und mit Atemwegsbeschwerden in Krankenhäuser gebracht worden. Sieben Ortschaften und ein Kinderkrankenhaus wurden evakuiert.

Seit dem frühen Morgen waren neun Löschflugzeuge und sieben Löschhubschrauber im Einsatz. Vorübergehend mussten wegen der begrenzten Sicht Teile der Autobahn gesperrt werden, die Athen mit seinem Flughafen verbindet. Die Löscharbeiten werden erschwert, weil es keine Feuerfront gibt. Unzählige Brände toben in bewaldetem Gebiet wie auch in Wohnvierteln der Ortschaften rund um den Berg Penteli im Nordosten Athens. Das Feuer war am Dienstagnachmittag aus bislang unbekannten Gründen ausgebrochen und war zunächst klein, berichteten Augenzeugen. Binnen kürzester Zeit fachten starke Winde es zu einem Großbrand an.

Brand am Berg Penteli im Nordosten Athens

Brand am Berg Penteli im Nordosten Athens

Foto: IMAGO/Eurokinissi / IMAGO/ZUMA Wire

Pastorin rät: In Kirchen Abkühlung suchen

8.46 Uhr: Angesichts der rekordverdächtigen Hitze hat eine Pastorin aus Aurich eine Idee: Antje Wachtmann lädt die Menschen in die Kirche ein, damit sie sich dort abkühlen können. Alte Kirchen mit ihren dicken Wänden bräuchten eine ganze Weile, bis sie sich aufheizten – dort sei es angenehm frisch, sagte die Referentin für Kirche im Tourismus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. »Einen Moment runterkommen, die Stille genießen – das ist für die Seele gut, und für den Körper auch.«

In Niedersachsen etwa gebe es rund 400 verlässlich geöffnete Kirchen, allein in der hannoverschen Landeskirche seien es 350. Verlässlich bedeute, dass die Kirchengebäude fünf Tage pro Woche für mindestens vier Stunden geöffnet seien, in der Regel auch länger. Diese Kirchen seien an einem blauen Signet an der Tür zu erkennen.

Mann sucht Abkühlung am Trafalgar Square in London

Mann sucht Abkühlung am Trafalgar Square in London

Foto: Aaron Chown / AP

16 Bundesländer, 16 Verfahren – Anfordern von Löschhubschraubern zu kompliziert

8.34 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) beklagt, dass das Verfahren zur Anforderung von Löschhubschraubern im Kampf gegen Waldbrände zu bürokratisch und zu kompliziert sei. »Jedes Land hat eigene Regelungen, zum Teil sogar verschiedene für die verschiedenen Träger der Luftfahrzeuge«, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Waldbrand im DFV, Ulrich Cimolino, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es gebe 16 verschiedene Regelungen für 16 Bundesländer und vereinzelt sogar verschiedene Regelungen für Bundeswehr und Bundespolizei.

Es dauere viel zu lange, Hubschrauber von ihnen anzufordern, kritisierte Cimolino, der auch der Vegetationsbrandexperte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes ist. Somit gestalte sich die Abstimmung wichtiger Details äußerst schwierig. So sei es auch bei der Flutkatastrophe im Ahrtal vor einem Jahr gewesen. Damals seien Hubschrauber zum Teil gar nicht, nicht rechtzeitig oder falsch ausgestattet eingesetzt worden.

In Deutschland werden wieder Temperaturen bis zu 40 Grad erwartet

8.34 Uhr: Deutschland leidet weiter unter großer Hitze – die extremen Temperaturen sollen sich nun Richtung Osten verlagern. Auch in anderen Ländern Europas bleibt die Lage problematisch. Lesen Sie die gesamte Meldung.

mgo/hba/kko/dpa/Reuters
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