Hitze und Hagel Gewitterregen setzt Dutzende Städte unter Wasser

Erst Sonnenschein, dann dramatische Hitzegewitter: Hoch "Volker" bescherte den Deutschen an diesem Samstag Traumtemperaturen und Sonnenschein. Doch im Westen und Süden der Republik schlug das Wetter plötzlich um - und brachte Starkregen mit Hagelschauern.


Hamburg/Düsseldorf/Frankfurt am Main - Teils heftige Unwetter sind am Samstagabend durch Süd- und Westdeutschland gezogen. Vor allem Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg waren betroffen. Nördlich von Frankfurt am Main fielen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern. Auch in manchen Orten in Bayern und Niedersachsen kam es zu Unwettern.

Besonders im Westen gingen heftige Gewitter nieder. Die Unwetter mit am Mittelrhein waren so stark, dass in einer Stunde die Regenmenge eines ganzen Monats fiel - bis zu 50 Liter, hieß es beim Deutschen Wetterdienst.

In Nordrhein-Westfalen mussten Polizei und Feuerwehr zu zahlreichen Einsätze ausrücken - so etwa in den Kreisen Aachen und Mettmann sowie in der Region Dortmund. Durch heftigen Regen waren Keller vollgelaufen, Bäume umgestürzt und Fahrzeuge steckengeblieben. In Aachen kam es zu einem Stromausfall, Kanaldeckel wurden aus der Straße gedrückt. Größere Zwischenfälle waren zunächst jedoch nicht bekannt, Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.

In Dortmund musste das Fußball-Testspiel des heimischen BVB gegen den italienischen Club Juventus Turin abgesagt wegen, da der Platz nach Hagel und Gewittergüssen unter Wasser stand.

In Wuppertal wurden nach einem Blitzeinschlag 14 Personen zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. Ein Notarzt stellte zunächst aber keine Anzeichen für Verletzungen fest. Im Hochsauerlandkreis zog eine Windhose durch ein Zeltlager, in dem sich rund 100 Kinder aufhielten. Fünf Kinder wurden leicht verletzt, zwei kamen zur Beobachtung ins Krankenhaus. In Aachen kam es zu einem Stromausfall.

In Eschweiler-Hastenrath wurde ein Haus vermutlich durch Blitzeinschlag in Brand gesetzt. In Hessen kam es bei Gießen wegen des Unwetters zu mehreren Verkehrsunfällen auf den Autobahnen. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt. Die Feuerwehr rückte zudem wegen vollgelaufener Keller zu zahlreichen Einsätzen aus. In Viernheim bei Darmstadt verzeichnete die Feuerwehr 240 Einsätze. Auf einigen Straßen stand dort das Wasser etwa einen halben Meter hoch.

In Baden-Württemberg war insbesondere Mannheim betroffen. Die Feuerwehr musste 135 Keller auspumpen. Straßen wurden wegen Überflutung gesperrt. An einigen Stellen erreichte der Pegel 1,50 Meter. Verletzt wurde aber offenbar niemand.

Zuvor hatte Hoch Volker Deutschland bei strahlend blauem Himmel eingeheizt - mit mehr als dreißig Grad in vielen Regionen der Republik. Überall lockten die Hitze die Menschen auf die Straßen, in die Parks und Freibäder. Die gute Nachricht für Sonnenanbeter: Das sommerlich heiße Wetter hält generell noch ein paar Tage an. Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte am Samstag, dass es mindestens bis Dienstag vor allem im Norden und der Mitte Deutschlands viel Sonne geben wird.

Am Sonntag soll vor allem in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands die Sonne scheinen.

ssu/tno/ddp/AP



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