Hitzegewitter in Paris Metro-Schächte geflutet, Zugverkehr lahmgelegt

Nach tagelanger Hitze und Dürre folgten in der Nacht heftige Gewitter: Schwere Regenfälle haben Straßen, Keller und U-Bahn-Schächte der französischen Hauptstadt überflutet. Die Hitzewelle ist trotzdem nicht abgeebbt. Bei Temperaturen um 35 Grad droht nun Wasserknappheit.


Paris - Umweltministerin Nelly Olin sagte, wenn die Hitzewelle andauere, drohe angesichts der Trockenheit der vergangenen Monate eine Katastrophe bei der Wasserversorgung. In Paris erreichte der Wasserverbrauch 800 Millionen Liter pro Tag - ein Drittel mehr als üblich.

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Heftiger Platzregen: Paris unter Wasser

Gestern hatten kurze, aber heftige Gewitter in Paris zu Überschwemmungen geführt und den Zugverkehr von der Hauptstadt nach Lille zeitweise lahmgelegt. Augenzeugen berichteten, am Seine-Ufer habe sich eine Familie durch die Fenster aus ihrem Auto gerettet. Im Alma-Tunnel sei ein Motorradfahrer aus 80 Zentimeter hohem Wasser unter seiner Maschine hervorgezogen worden. In Bordeaux fiel streckenweise die Straßenbahn aus, weil bei Temperaturen um 36 Grad Isolierungen geschmolzen waren. Auch für heute erwarten die Meteorologen keine Abkühlung: Sie sagen 32 bis 35 Grad von Lothringen bis zum Mittelmeer voraus; nur an der Atlantikküste sollte es kühler werden.

Alle Franzosen sind nun aufgerufen, Wasser zu sparen. Ministerin Olin lobte die Bauern dafür, dass sie den Anbau von Mais und anderen Pflanzen mit hohem Wasserbedarf verringert hätten. In 28 Departements ist der Wasserverbrauch bereits reglementiert, und Bewässerungen von Gärten oder das Füllen von Schwimmbecken sind eingeschränkt.

Die Hitzewelle hat zudem zu einem starken Anstieg der Ozonwerte in den Großstädten geführt. Auch in den Agrargebieten Nordfrankreichs wurden die Alarmwerte von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Im Großraum Paris und bei Marseille wurden deswegen Geschwindigkeitsbeschränkungen verordnet.



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