Heißester Tag des Jahres Hamburg knackt erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnung 40-Grad-Marke

Sechs Bundesländer stellten neue Hitzerekorde auf. Jetzt werden vielerorts Gewitter erwartet. Und in Südeuropa brennt es vielerorts dramatisch.
Passanten in der Nähe der Elbphilharmonie in Hamburg

Passanten in der Nähe der Elbphilharmonie in Hamburg

Foto: Marcus Brandt / dpa

Dieser Mittwoch war dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge der bislang heißeste Tag dieses Jahres – und auch einer der heißesten überhaupt in Deutschland. In sechs Bundesländern sind demnach die bislang dort höchsten Temperaturwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden.

Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnung knackte Hamburg nach vorläufigen Angaben die 40-Grad-Marke. Um kurz nach 16 Uhr wurden in Hamburg-Neuwiedenthal 40,1 Grad gemessen. So weit nördlich in Deutschland war es nach Angaben von »Kachelmannwetter« und dem NDR bislang noch nie so warm.

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Die deutschlandweite Höchsttemperatur erreichte um 15.30 Uhr Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 40,3 Grad, wie ein DWD-Sprecher berichtete. Damit wurde auch der bisherige Rekord für Baden-Württemberg von 40,2 Grad in Freiburg im August vor 19 Jahren (13.8.2003) eingestellt. Außerdem wurden 40,0 jeweils in Barsinghausen-Hohenbostel (Niedersachsen-Rekord) und Huy-Pabstorf (Sachsen-Anhalt-Rekord).

Aktueller Hitzerekord in Deutschland ist von 2019

In Mecklenburg-Vorpommern wurde mit 39,4 Grad ein Landesrekord in Boizenburg gemessen und in Schleswig-Holstein ein Landesrekord mit 39,1 Grad in Grambek.

Die Werte sind laut dem Deutschen Wetterdienst vorläufig, der DWD könnte sie nach einer Prüfung in den kommenden Tagen noch anpassen.

Stadttauben kühlen sich in Düsseldorf ab

Stadttauben kühlen sich in Düsseldorf ab

Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Damit wurden in Deutschland außerdem erst zum zehnten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen an einem Tag Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen – zuletzt war dies am 25. Juli 2019 der Fall. Damals war dies jedoch nicht nur an vier Stationen, sondern gleich an 22 DWD-Stationen der Fall. Der 25. Juli 2019 bleibt auch der deutschlandweite Hitzerekordtag: Denn laut DWD wurden damals an den nordrhein-westfälischen Stationen in Duisburg und Tönisvorst am Niederrhein bei Krefeld 41,2 Grad Celsius gemessen.

Gewitter erwartet – dann wird es wohl wieder warm

Für den Mittwochabend und die Nacht auf Donnerstag warnte der DWD vor heftigen Gewittern und Unwettern. Schon am früheren Abend sollte eine Gewitterfront über Teile Baden-Württembergs ziehen, sagte ein DWD-Sprecher. Etwas später in der Nacht soll es vor allem in Nordrhein-Westfalen und im westlichen Niedersachsen gewittern. Dort sei mit heftigem Regen, der auch länger anhalten könne, zu rechnen, sagte der Sprecher.

Schon am Wochenende und zu Beginn der neuen Woche könne es dann wieder heißer werden. Temperaturen von 30 bis 35 Grad seien für diese Zeit normal – überdurchschnittlich seien aber 35 bis 40 Grad, so wie sie am Dienstag gemessen wurden.

Insgesamt sei es viel zu trocken, sagte der DWD-Experte weiter. In mehreren Teilen Deutschlands brannte der Wald. In der Nähe von Sundern im Sauerland brannte eine Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern, wie ein Polizeisprecher sagte. Rund 400 Einsatzkräfte waren vor Ort. Auch im sächsischen Landkreis Meißen brachen mehrere Waldbrände aus. In Baden-Württemberg warnte Innenminister Thomas Strobl (CDU), schon der kleinste Funke könne »zu einem Brand mit möglicherweise verheerenden Folgen führen«.

Die Lage in Europa

Die südeuropäischen Länder sind unterdessen dramatisch von der Hitzewelle betroffen. An der südfranzösischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr bereits seit mehr als einer Woche gegen zwei große Waldbrände. Auch in der Nacht zum Mittwoch breiteten die Flammen sich weiter aus, allerdings langsamer. Insgesamt verbrannten bei Landiras und Teste-de-Buch südlich von Bordeaux bereits 20.600 Hektar Land. Das ist fast die Fläche des Stadtgebiets von Stuttgart. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte die Region und versprach Betroffenen Unterstützung.

Sandrune Carella, Besitzerin des Campingplatzes Pyla, der bei dem Waldbrand niedergebrannt ist, umarmt Präsident Macron

Sandrune Carella, Besitzerin des Campingplatzes Pyla, der bei dem Waldbrand niedergebrannt ist, umarmt Präsident Macron

Foto: Bob Edme / dpa

In Portugal gab es am Mittwochvormittag 25 größere und kleinere Waldbrände, die von insgesamt gut 1200 Einsatzkräften bekämpft wurden, wie der Zivilschutz ANEPC mitteilte. Die größten Sorgen bereiteten zwei Feuer in den Gemeinden Chaves und Murça im Bezirk Vila Real östlich der Metropole Porto. Allein bei diesen beiden Bränden waren den Angaben zufolge mehr als 900 Einsatzkräfte tätig. Bei der Bekämpfung dieser Feuer habe man zuletzt aber große Fortschritte gemacht, hieß es. Mehr als tausend Menschen mussten wegen der Brände ihre Siedlungen verlassen. Es habe mindestens drei Tote und 223 Verletzte gegeben. (Lesen Sie hier, warum Europa zum Hitze-Hotspot wird. )

In der Toskana in Italien kämpften mehr als hundert Feuerwehrleute weiter gegen einen großen Waldbrand nahe der Stadt Lucca. Rund 500 Bewohner in der Gegend der Gemeinde Massarosa seien vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Feuerwehr mit. Einige Gas-Tanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Giani.

kko/dpa
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