Hitzewelle Heute wird es noch heißer

Ausgerechnet zum Wochenbeginn steigt die Temperatur kräftig an. Am Dienstag soll es einen neuen Hitzerekord geben. Bei bis zu 38 Grad kommt Deutschland ins Schwitzen. Meteorologen rechnen sogar mit einer tropischen Nacht.

Montagmorgen, die Sonne scheint. Bereits auf dem Weg zur Arbeit mussten die meisten heute Pullover und Strickjacke ablegen. Es ist einfach zu heiß. Schuld daran sind das Tief "Quara" im Süden Islands und das Hoch "Xabier", das von den Alpen bis nach Polen reicht. Zwischen beiden Wetterfronten strömt von Süden her heiße Luft nach Deutschland und bildet eine Hitzeglocke. Sie treibt schon vor dem kalendarischen Sommerbeginn am Freitag den Deutschen den Schweiß auf die Stirn.

Im ganzen Land war es heute so heiß wie noch nie in diesem Jahr. An der Küste wurde es bis zu 27 Grad warm, am Oberrhein wurden satte 35 Grad gemessen. Für Dienstag rechnen die Meterologen mit einem neuen Hitzerekord. Im Süden sollen bis zu 38 Grad für heiße Momente sorgen. "Für den Juni ist das schon ziemlich heftig", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München.

In Baden-Württemberg werden 38 Grad erwartet. Soviel hat hier im Juni noch niemand gemessen. Heute erreichten die Temperaturen in Freiburg und Sinsheim bereits 34 Grad. Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim melden über 30 Grad. Sogar auf dem 1493 Meter hohen Feldberg wurden 24 Grad erreicht.

Auch in Sachsen-Anhalt wird ein neuer Temperaturrekord erwartet. "Wir rechnen am Dienstag mit Höchstwerten von 34 Grad", sagte Jurik Müller, Leiter der Niederlassung Halle des Deutschen Wetterdienstes. Der bisherige Rekord in Halle ist 58 Jahre alt: Am 18. Juni 1934 wurden 32,8 Grad gemessen.

Grande caldo auch in Italien

Doch nicht nur am Tag, auch nachts sollen alle Rekorde gebrochen werden. Meterologen sagen sogar eine "tropische Nacht" voraus, in der die Temperatur auf lediglich 17 bis 22 Grad fallen soll.

Für ein wenig Abkühlung sorgen zum Teil kräftige Schauer und Gewitter. Im äußersten Nordwesten soll es am Dienstagabend heftig regnen. Im Süden ist mit Wärmgewittern zu rechnen. Schon am Mittwoch breitet sich die Regenfront über weite Teile Deutschlands aus. Nur südlich der Donau kann weiter geschwitzt werden.

So wie in Italien. Dort stöhnen zurzeit selbst die Einheimischen. Denn die Tages-Tiefsttemperaturen liegen bei 33 Grad. In Mailand und den Städten der Po-Ebene werden bis zu 40 Grad erwartet. In Rom ist es jetzt schon so heiß wie sonst nur im August. "Wer irgend kann, fährt raus ans Meer", sagte eine Römerin. Der Berufsverkehr am Montagmorgen war schon deutlich schwächer. Viele Familien sind bereits aufs Land gefahren, da für die Schüler die dreimonatigen Sommerferien begonnen haben. Ein Ende des "grande caldo", der großen Hitze, ist erst am Wochenende in Sicht.