Hitze und Trockenheit in Europa 36 Grad, und es wird noch heißer

In Deutschland soll es am Wochenende bis zu 36 Grad warm werden. Spanien kämpft bereits mit einer Hitzewelle. Und Frankreich ruft zum Wassersparen auf.
Hitzewelle in Spanien: Eine Frau in Madrid steht im Schatten eines Baums

Hitzewelle in Spanien: Eine Frau in Madrid steht im Schatten eines Baums

Foto: Susana Vera / REUTERS

In Deutschland kehrt diese Woche sommerliche Hitze ein. Mit jedem Tag wird es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) heißer. In der Nacht zum Sonntag steht demnach mit Temperaturen über 20 Grad die erste warme Nacht dieses Jahres an. Am Samstag soll es mancherorts bis zu 36 Grad heiß werden.

Sonnenschein und Wärme bis zu 28 Grad werden im Südwesten bereits am Dienstag für Freibadwetter sorgen, während im Norden bei wechselnder Bewölkung und einzelnen Schauern die Temperaturen noch bei mäßigen 20 Grad liegen. Einen Tag später wird es auch dort sonnig. Die Temperaturen schnellen bis auf 25 Grad nach oben.

Freibadwetter in Nordrhein-Westfalen: Sprung vom Zehnmeterturm

Freibadwetter in Nordrhein-Westfalen: Sprung vom Zehnmeterturm

Foto: Oliver Berg / dpa

Im Rest der Republik kann am Mittwoch die 30-Grad-Marke geknackt werden, am wärmsten wird es am Oberrhein. Am Nachmittag kann es an den Alpen gewittern, auch am Donnerstag sind vom Alpenrand bis zum Bayerischen Wald Schauer und Gewitter möglich.

Laut DWD-Prognose bleibt es jedoch hierzulande nicht lange tropisch. Von einer klassischen Hitzewelle könne daher vorerst nicht gesprochen werden, sagte der Meteorologe Sebastian Schappert.

Bis zu 43 Grad in Andalusien

Anders in Spanien: Eine für die Jahreszeit außergewöhnliche Hitzewelle lässt die Menschen hier schwitzen und um Luft ringen. Vielerorts würden Temperaturen von 40 Grad erwartet, sagte ein Sprecher des nationalen Wetterdienstes Aemet am Montag. In Andalusien rechne man mit bis zu 43 Grad. Die extremen Temperaturen sollen die gesamte Woche anhalten.

»Diese extreme Hitze, in diesem Moment des Frühlings, das ist nicht normal«, analysierte Aemet-Sprecher Ruben del Campo. Sie sei ganz klar auf die Klimaerwärmung zurückzuführen. Bereits im Mai waren in Spanien im Monatsmittel die höchsten Temperaturen seit mehr als hundert Jahren gemessen worden.

40 Grad, zu wenig Regen: Franzosen sollen Wasser sparen

Auch in Frankreich ist man alarmiert: Kurz vor Beginn einer weiteren Hitzewelle haben hier mehrere Wasserversorger zum Wassersparen aufgerufen. »Um nicht in eine schwierige Lage zu kommen, müssen wir uns vorbereiten«, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Aufruf des Verbands der Wasserbetriebe. Zwischen Dienstag und Samstag werden in Frankreich Temperaturen bis zu 40 Grad erwartet.

Kinder und Erwachsene erfrischen sich in einem Park in Spanien

Kinder und Erwachsene erfrischen sich in einem Park in Spanien

Foto: Paul White / dpa / AP

Die Wasserbetriebe appellieren an den Staat, die Versorgung zu modernisieren, etwa durch besseres Aufspüren von Lecks in Leitungen und durch saisonabhängige Tarife. Nötig seien auch »natürliche Lösungen«, beispielsweise der bessere Schutz von Feuchtgebieten und der Kampf gegen die Bodenversiegelung. Auch technologische Lösungen sollten erwogen werden, wie das Auffüllen der Grundwasserreservoirs und die Zweitnutzung von gering verschmutztem Wasser.

Derzeit gelten in einem guten Drittel der 101 Departements Frankreichs bereits Beschränkungen. Je nach Warnstufe wird das Bewässern von Gärten und Feldern rationiert; Autos dürfen nicht mehr gewaschen und private Pools nicht mehr gefüllt werden.

AKW soll zurückgefahren werden

Der Energiekonzern EDF kündigte unterdessen an, das Atomkraftwerk Saint-Alban an der Rhone wegen des niedrigen Wasserstandes im Fluss erneut zu drosseln. Dort war bereits Anfang Juni die Produktion von 1300 Megawatt zeitweise auf 260 Megawatt abgesenkt worden.

Um die Artenvielfalt im Fluss zu schützen, ist die Entnahme und das Zurückleiten des Kühlwassers streng geregelt. Schon in der Vergangenheit mussten französische Atomkraftwerke in Hitzeperioden gedrosselt werden, üblicherweise geschieht dies jedoch im Hochsommer. Anfang Mai war auch das AKW Blayais am Fluss Garonne wegen niedrigen Wasserstandes zurückgefahren worden.

Der Monat Mai war in Frankreich mit einer Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Die höchsten Temperaturen wurden in Ajaccio auf Korsika mit 36,2 Grad und in Albi bei Toulouse mit 35,4 Grad erreicht. Fast im ganzen Land trockneten die Böden so stark aus wie sonst normalerweise erst Mitte Juli. In den vergangenen drei Monaten regnete es etwa 45 Prozent weniger als üblich.

ala/dpa/AFP
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