Hitzewelle in Südeuropa Deutsche Touristen fliehen vor Großbrand

In Deutschland macht der Sommer Pause, bei kühlen Temperaturen und Regen scheint kaum vorstellbar, was sich in Südeuropa abspielt: Im hitzegeplagten Griechenland wurde der Rekordwert von 46 Grad im Schatten erreicht, in Frankreich wütet der erste Großbrand des Jahres.


Athen/Cannes - 600 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um ein Feuer zu bekämpfen, das ein 500 Hektar großes Waldgebiet an der Côte d'Azur erfasst hat. Rund tausend Touristen mussten von Camping-Plätzen rund um die Kleinstadt Roquebrune-sur-Argens evakuiert werden, darunter auch zahlreiche Deutsche. Ein Teil von ihnen verbrachte die Nacht in Räumen der Gemeinde, andere reisten gleich ab. Die Feuerwehr vermutete, dass der Brand durch eine achtlos weggeworfene Zigarette entfacht wurde.

Die weitere Ausbreitung des Feuers sei zwar verhindert worden, der Brand sei aber noch nicht endgültig gelöscht, sagte Feuerwehr-Oberstleutnant Eric Grohin. Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika vermeldete die Feuerwehr mehrere Fälle von Brandstiftung. Die Feuer wurden dabei durch starke Winde immer wieder angefacht.

Die Bilanz der Hitzewelle in Südosteuropa ist alarmierend. 29 Tote wurden in Rumänien registriert, in Griechenland starben gestern mindestens fünf Menschen. Der Hitzerekord wurde am Dienstag mit 46 Grad Celsius in Athen gemessen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 110 Jahren. Die Behörden richteten in manchen Regionen gekühlte Räume für Ältere und Schwangere ein. Wegen des hohen Verbrauchs der Klimaanlagen brach in Athen und anderen Städten die Stromversorgung zusammen, große Teile der Hauptstadt mussten heute ohne Elektrizität auskommen.

Hoffnung auf Besserung ist jedoch in Sicht: Im Westen des Landes sanken die Temperaturen wieder auf 37 Grad, die für die Jahreszeit als normal gelten, berichtete der staatliche griechische Rundfunk. "Wir sind hitzemäßig über den Berg. Es wird langsam vom Westen zum Osten besser", sagte ein Meteorologe.

Auf eine Wetter-Änderung hoffen auch die Deutschen, allerdings auf eine zur Sommerwärme. Durch Norddeutschland zog in der Nacht zu heute ein Sturmtief, das vor allem die Küstengebiete in Mitleidenschaft zog. Auf Helgoland wurde der Schiffsverkehr eingestellt, 440 Tagesgäste mussten unfreiwillig auf der Insel übernachten. Wegen umstürzender Bäume wurde unter anderem auf den Bahnstrecken zwischen Kiel und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Berlin der Verkehr vorübergehend unterbrochen.

pad/dpa/AFP



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