Fertiggestellte Hochmoselbrücke "Das ist schon imposant, wenn man da oben drauf steht"

Sie kamen zu Fuß und per Fahrrad: Tausende Menschen haben die Fertigstellung der zweithöchsten Brücke Deutschlands gefeiert. Das Bauwerk ist 1700 Meter lang und bis zu 160 Meter hoch.

Harald Tittel/ DPA

Mit einem Bürgerfest ist das Ende der achtjährigen Bauarbeiten der neuen Hochmoselbrücke gefeiert worden. Tausende Menschen wollten auf der neuen Brücke in 160 Metern Höhe die Mosel überqueren. "Das ist schon imposant, wenn man da oben drauf steht", sagte die Ortsbürgermeisterin von Zeltingen-Rachtig, Bianca Waters (parteilos). Die Feier organisierten sechs umliegende Mosel-Gemeinden mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz.

Das Bauwerk zwischen Ürzig und Rachtig galt als aktuell größtes Brückenbauprojekt in Europa. In Deutschland ist die Hochmoselbrücke die zweithöchste Brücke nach der Kochertalbrücke (maximal 185 Meter) in Baden-Württemberg. Die Querung ist Teil einer insgesamt 25 Kilometer langen neuen Strecke (B50) und schafft eine direkte Straßenverbindung zwischen den Benelux-Staaten und dem Rhein-Main-Gebiet.

Das Bauwerk war seit seiner Planung umstritten. Kritiker bemängelten, die Brücke zerstöre das idyllische Landschaftsbild. Auch Kostensteigerungen sorgten für Schlagzeilen. Die Kosten des gesamten Projektes belaufen sich auf mindestens 483 Millionen Euro, auf die Brücke entfallen rund 175 Millionen Euro.

Fotostrecke

8  Bilder
Die Hochmoselbrücke ist fertig: Party in 160 Meter Höhe

Die Ersten kamen am Samstag, als noch dichter Nebel im Moseltal hing. Gegen Mittag kam dann die Sonne raus. "Wir sind überrannt worden", sagte der Erste Beigeordnete von Zeltingen-Rachtig, Harald Guggenmos, der die Zahl der Besucher auf 8000 bis 10.000 schätzte. In den Anliegergemeinden werde jetzt mit Spannung erwartet, wie sich der Verkehr auswirke, und wie stark die Lärmbelästigung werde.

Fußgänger und Radfahrer überquerten die 1,7 Kilometer lange und bis zu 160 Meter hohe Brücke von der Hunsrück- zur Eifelseite mit einem kilometerweiten Blick über das Moseltal. Entlang der Wegstrecke gab es mehrere Suppen- und Weinstände. Es sei eine einmalige Gelegenheit, zu Fuß auf die Brücke zu kommen, sagte der Bauaufseher beim LBM Rheinland-Pfalz, Christoph Schinhofen. Später werde das nicht mehr möglich sein.

Am kommenden Donnerstag wird das Bauwerk für den Verkehr freigegeben. Rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag sollen dann über die Brücke fahren.

wit/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.